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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Wortschwall und Weitschweifigkeit zu ergehen, und blieb gleich ihnenan der Oberfläche und bei dem Buchstaben stehen. Der Mangel dertalmudischen Dialektik hat sich an den karäischen Schriftstellern fürchterlichgerächt und sie zu Schwachköpfen und langweiligen Schwätzern gemacht.Jephet's gereimte Polemik gegen Saadia's Jünger trägt ebenfalls diesenStempel der Oberflächlichkeit und der Geschmacklosigkeit und erreichtnicht einmal den schönen hebräischen Styl seines Zeitgenossen undFreundes Sahal*). Beide, Sahal und Jephet, hielten an der Ehe-erschwerung durch die weitgetriebene Ausdehnung der Verwandtschafts-grade fest gegen die Ansicht ihres älteren Zeitgenossen Joseph Roeh(Albaßir o. S. 256). Die Karäer geriethen in dieser Zeit noch tieferin Buchstabendienst, peinliche Religiosität und Gedankenstumpfheit.Salmon b. Jerucham, der bis in sein hohes Alter (mindestens 957)schriftstellerte, Commentarien zum Pentateuch und den Hagiographenverfaßte und noch andere, unbekannt gebliebene Abhandlungen schrieb,war ein abgesagter Feind philosophischer Forschung. In seinem Psalmen-commentar klagte er bitterlich darüber, daß Juden sich mit ketzerischenSchriften befassen, und stieß gegen deren Verfasser und Lehrer Flücheaus.Wehe dem", rief er ans,der die Gottesbücher verläßt undandere aufsucht! Wehe dem, der seine Zeit mit fremden Wissenschaftentödtet und der geläuterten Gotteswahrheit den Rücken kehrt!" DiePhilosophenweisheit sei eitel und nichtig, man finde nicht zwei unteribnen, die in einem Punkte einstimmig wären. Sie stellten Grundsätzeauf, welche der Thora geradezu widersprechen.Da giebt es Einige,welche sich mit der arabischen Literatur befassen, anstatt, daß die LehreGottes nicht von ihrem Munde weichen sollte." Salmon lobte einenMann, der sich gerühmt, nie ein nichtjüdisches Buch gelesen zu haben ^j.Welch ein Abstand zwischen Saadia und seinen karäischen Gegnern!Jener befreundete sich mit Philosophie und nahm sie in den Dienstdes Judenthnms, das er dadurch zur Gedankenhöhe erheben wollte,dieser verketzerte sie, ohne sie zu kennen und ließ sein Judenthum ver-knöchern. Als die Rabbaniten den Tempel der Philosophie betraten,mieden ihn die Karäer wie ein Pesthaus.

Ein anderer karäischerProselytenmacher,Menahem aus Giznah(in Mittelasien) trat in Egypten auf, und machte sich an einen andernVerehrer Saadia's, um ihn für das Karäerthum zu gewinnen. M enahem

9 Vergl. über Jephet LarMs, Rabbi cksxbst bsn Rsli RassorsnsisLaraitas in psal. ooruinsntarii Rrastatio; Munk Mottos sur ^boulvvslickp. 14, Pinsker das. Beilage III. 196 und über dessen Lebensalter das. 186 ff.") Bei Pinsker a. a. O. S. 66 Note.