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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

herrschen durch Bann und Verfolgung, den weltlichen Arm der moham-medanischen Beamten zu Hülfe nehmen, die Armen zwingen, auf ZinsenGeld zu nehmen, um deren Säckel zu füllen und die sie unterstützendenBeamten bestechen zu können! Sie weiden sich selbst, führen abernicht die Gemeinden und lehren nicht Gottes Gebot im rechten Sinne.Fragt sie Jemand:Woher hast Du das und das?" hassen sie ihnund feinden ihn an. Fern sei es von mir, daß ich schweige, wennich sehe, daß die Führer der Gottesgemeinden, die sich Syuhedristennennen, mit Nichtjuden gemeinschaftlich ohne Gewissensbisse speisen.Wie sollte ich schweigen, wenn ich wahrnehme, daß Einige von meinemVolke götzendienerische Bräuche üben, sich auf Gräber setzen, bei Tobtenweilen und R' Josö, den Galiläer, andächtig anrufen:O heile mich,o gieb mir Schwangerschaft!" Sie wallfahrten zu den Gräbern ver-storbener Frommen, zünden Lichter dabei an, räuchern vor ihnen undthun Gelübde, um von Krankheiten geheilt zu werden. Wie sollte ichan mich halten, da ich sehe, daß viele Israeliten in die Synagogegehen am Sabbat, Männer mit Taschen, Frauen in Schmuck und denheiligen Tag wie einen Werkeltag behandeln! Wie sollte ich nicht umdas Seelenheil meiner hochgestellten Glaubensbrüder besorgt sein, wennich sehe, daß sie von Nichtjuden Backwerk und Salsamente kaufen undohne Scheu genießen! Wie sollte ich ruhig bleiben, wenn Viele dasFleisch genießen, das nichtjüdische Fleischer aufgeblasen und mit dem-selben Messer behandelt haben, wie das zum Genuß verbotene undalso verunreinigte, zumal es überhaupt den Israeliten in der Zerstreuungohne Tempel und Opferweihen nicht gestattet ist, Fleisch von opfer-fähigen Thieren zu genießen. O, hätte ich die Kraft, in alle Gegendenzu kommen, laut zu rufen, im Namen Gottes zu warnen und zumahnen, auf daß sie von ihrem bösen Wege lassen."

Wollte Jemand mir einwerfen," so fährt Sahal fort,daßunsere Brüder, die Rabbaniten, auf dem heiligen Berge Karmel fernsind von solchem Thun, viele von ihnen sich des Fleisches enthalten,von Nichtjuden keine Speise kaufen, Leichname nicht berühren, levitischeVerunreinigung meiden, weder Bruder- noch Schwestertochter, nochStiefschwester heirathen, überhaupt die Verwandtschaftsgrade der Karäereinhalten, zweierlei Festeszeiten feiern, nach dem Moudmonate (wie dieKaräer) und nach den rabbanitischen Ueberlieferungen, und Mancheden rabbanitischen Festkalender aufgegeben haben. Wisse aber, daßSolches in Folge der göttlichen Gnade geschehen ist, weil es den Karäerngelungen ist, denselben ihre Ueberzeugung beizubringen und sie daraufzu führen, daß es des Israeliten Pflicht sei, in der Schrift zu forschenund nicht am Hergebrachten zu kleben. Ueberhaupt ist in der Religion