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Geschichte der Juden.
augenscheinlich zu beweisen, daß dieser in der Vertheidiguug der Tal-mudisten Thatsachen entstellt habe (vor 957 Z. Er glaubte dadurchdie Rabbaniten zum Karäismus hinüber ziehen zu können. — Einnoch leidenschaftlicherer, eifrigerer und gewandterer Proselytenjäger warder junge Karäer aus Jerusalem Abulsari Sahalb. Mazliach Kohen,der zu den frommen Büßern der Karäergemeinde (o. S. 238) gehörte.Abulsari Sahal verstand das Arabische und Hebräische vortrefflich,schrieb einen sehr gewandten hebräischen Slyl, wie keiner seiner Zeit-genossen. Es verfaßte eine hebräische Grammatik, Commentarien zueinigen Büchern der heiligen Schrift, wohl auch ein Compendium derreligiösen Pflichtenlehre unter dem Titel „Mizwot" (vor 958^).Bedeutendes hät zwar dieser karäische Schriftsteller in Grammatik undExegese durchaus nicht geleistet; es war den Karäern überhaupt nichtbeschieden, über die Anfänge hinauszukommen und Sahal noch vielweniger, da ihn eine finstere, fast mönchische Frömmigkeit beherrschteund an den starren Buchstaben bannte. Seinen Bekenntnißgenossengilt er nichtsdestoweniger als ein großer Lehrer. Sahal schriebauch eine Widerlegung gegen Saadia's Angriffe auf das Karäerthum;es war gewissermaßen eine Ehrensache unter den Karäern geworden,sich die Sporen an diesem großen Kämpfer zu verdienen b).
Sahal scheint seine polemischen Vorträge gegen die Rabbanitenin Bagdad gehalten zu haben. Er forderte das Volk auf, sich vondem Hergebrachten loszusagen und den beiden Hochschulen den Ge-horsam aufzukündigen, „welche die zwei Weiber sind, von denen derProphet Zacharia ausgesagt, daß sie die Sünde getragen und in Baby-lonien abgesetzt haben" Z. Sahal beschwor seine Zuhörer bei ihrerSeligkeit, dem zu entsagen, was ihnen ihre rabbanitischen Lehrer ge-statten. Sie sollen nicht mehr Oel in Schläuchen von Kameelhäutenverwahren, nicht mehr von Mohammedanern oder Christen Backwerkkaufen, nicht mehr mit levitisch verunreinigten Personen und Gegen-ständen in Berührung kommen, nicht mehr am Sabbat ihre Behausungverlassen oder Wasser schöpfen und Aehnliches mehr. Alles dies sei
*) Pinsker Beilage S. 14. Das Datum folgt daraus, daß Salmon diesesim Ps.-Commentar mittheilt, der 954—57 geschrieben ist.
') Vcrgl. Dsobbol Nr. 167, Munk Xotios sur ^.borckrvsliä und Katalogin Oraob 2a.äibim p. 24 b. Das Datum ergiebt sich aus dem Umstande,daß Jakob Tamani (st. 958> seine Werke citirt; Pinsker Beilage IX. S. 87;LIsa.88sI Xicks.obim S. 197 — 203.
2) Sahal zählt in seinem Sendschreiben an Jakob (bei Pinsker BeilageS- 37) als Polemiker gegen Saadia auf außer Salmon b. Jerucham, Jephetund Hassan b. Maschiach noch: Abul' Tajib Algibli und Ali b. Hussaän.
Sahal's Sendschreiben a. a. O- S. 42.