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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Karäer gegen Saadia.

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und einen Commentar zum Pentateuchs). Gleich Kohen-Zedek warJbn-Sargadu bemüht, das pumbaditanische Lehrhaus auf Kosten dessuranischen zu heben und zum Mittelpunkt zu machen. GutachtlicheAnfragen vom Auslande wurden an ihn gerichtet ^). Die suranischeHochschule wurde dadurch immer mehr vereinsamt und verarmt, erhieltkeine Beiträge, keine Spenden und konnte deswegen keine neuen Jüngeranziehen, die sich lieber dem reichen Pumbadita zuwendeten. DieseVerkümmerung und Verfallenheit der Hochschule veraulaßten ihr Ober-haupt Joseph b. Satia sie zu verlassen und nach Bassra auszu-wandern (um 948). Das von Rab gegründete Lehrhaus wurde nachmehr denn siebenhundertjährigem Bestände geschlossen. Es scheint, daßdie Suraner den Untergang der altehrwürdigen Akademie nicht ver-schmerzen konnten und Anstrengung machten, sie wieder in Gang zubringen. Vier junge Männer wurden ins Ausland geschickt, um dieTheilnahme reicher Gemeinden dafür zu wecken und sie zu Beiträgenfür die Fortsetzung des Lehrhauses zu bestimmen. Allein als hätte sichdas Geschick gegen Sura's Fortbestand verschworen, konnten die vierAbgeordneten ihren Zweck nicht erreichen. Sie geriethen an der KüsteItaliens bei Bari in die Gefangenschaft eines maurisch-spanischenAdmirals Jbn-Rumcchis und wurden der eine nach Egypten, der anderenach Afrika, der dritte nach Cordova und der vierte wahrscheinlichnach Narbonne verschlagen (um 948 Z. Statt der suranischen Hoch-schule wieder aufzuhelfen, haben diese vier verschlagenen Talmudkundigenunwillkürlich zum Untergange des Gaonats beigetragen. Die Talmud-exemplare von Sura, die unberührt lagen, wurden später nach Spanienverpflanzt. Babylonien, so lange Zeit Mittelpunkt der Judenheit, sollteseine Führerschaft an das Ausland abtreteu.

Der Verfall der einen babylonischen Hochschule und die in Folgedessen eingetretene Abspannung benutzten die Karäer, um unter denRabbaniten Anhänger für ihr Bekenntniß zu werben und zwar miteinem Eifer, als gälte es, dem Rabbanismus den Todesstoß zu ver-setzen. So lange der gewaltige Vorkämpfer Saadia lebte, wagten siesich nicht in den Bereich seiner Wirksamkeit. Nach seinem Tode aber,als sie gewahrten, daß kein Mann von Bedeutung vor dem Rissestand, glaubten sie gewonnenes Spiel zu haben. Der greise Salmonb. Jerucham eilte stracks mit dem jerusalemischen Talmud in derHand von Palästina nach Babylonien, um den Verehrern Saadia's

Z iUuuIr, Zniäs äss sZarss I. 462. Zeitschrift 6 balu 2 II. 6 i.

-) Vergl. Raschi Uaräss p. 26 o. ff.

Scherira Sendschreiben.

Vergl. Note 21, II.