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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

hinterließ bei seinem Tode einen zwölfjährigen Sohn, den Saadia zumNachfolger bestimmte. Er nahm den Enkel seines ehemaligen Tod-feindes ins Haus, ließ ihn unterrichten und vertrat bei ihm Vater-stelle. Inzwischen sollte ein Seitenverwandter die Würde übernehmen,ein Glied der Bene-Haiman, die in Nisibis wohnten. Aber kaum warer ernannt, als er mit einem Moslem in Streit gerieth; Zeugensagten gegen ihn aus, er habe Mohammed gelästert, und er wurde inFolge dessen gctödtetZ. Als der von Saadia erzogene letzte Stamm-halter des Exilarchenhauses mündig und zum Exilsfürsten erhobenworden war, brach auch gegen ihn der moslemitische Fanatismus los.Die Großen und der Pöbel beschlossen, ihn während der Fahrt inseinem Staatswagen zu erschlagen aus Mißgunst auf den Schatteneiner fürstlichen Macht bei den Juden. Vergebens wollte der Chalifeden Meuchelmord verhindern. Der letzte Exilarch wurde ermordet,und die Vertreter des Judenthums beschlossen darauf, um den fana-tischen Haß abzuwenden, die Exilarchenwürde eingehen zu lassen ^). Soerlosch das Exilarchat, nachdem es über sieben Jahrhunderte bestandenund eine Zeit lang die Spitze und eine Art politischer Selbständigkeitdes Judenthums repräseutirt hatte. Wie die Patriarchenwürde inJuda durch die Unduldsamkeit der christlichen Kaiser, so ging dieExilarchenwürde durch den Fanatismus der Mohammedaner unter.Die Einheit der Juden wurde nur noch durch die beiden Hochschulenrepräsentirt; aber auch diese gingen ihrem Untergange entgegen.

Mit Saadia's Tode (942) erlosch der letzte Abendschimmer dersuranischen Akademie. Er hinterließ zwar einen Sohn, Dossa, dertalmudisch und philosophisch gebildet war und einige Schriften verfaßte;aber er wurde nicht zum Nachfolger seines Vaters ernannt, sondernder früher abgesetzte Joseph b. Satia erhielt wieder die Oberleitungder Hochschule. Aber dieser vermochte ihr Ansehen gegen die Schwester-akademie nicht zu behaupten, welche durch die Wahl jenes Aaron Jbn-Sargadu, des ehemaligen Gegners von Saadia, sich wieder hob. Jbn-Sargadu hatte nicht die akademische Stufenleiter durchgemacht, warauch nicht Mitglied des Collegiums gewesen, sondern war ein reicherPrivatmann in Bagdad vom Kaufmannsstande. Aber eben wegenseines Reichthums und auch wegen seiner Kenntnisse und Thatkraftwurde er dem berechtigten Candidaten Amram b. Meswi vor-gezogen 3) und fungirte beinahe achtzehn Jahre (94360). Er besaßgründliche philosophische Bildung, schrieb auch ein philosophisches Werk

st Nathan Babli.

9 Vergl. Note 12, 8.

9 Scherira Sendschreiben.