Saadici.
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machte aber um so mehr böses Blut, als der Gemißhandelte gar nichtzum Gerichtssprengel des Exilarchen gehörte, und es ihm freistand,einen beliebigen Richter zu wählen, ohne daß der Exilarch das Rechthatte, Einspruch dagegen zu erheben. Angesehene Männer traten daherzur Berathuug zusammen, wie der unheilvollen Zwietracht zwischen demExilsfürsten und dem Gaon ein Ende gemacht werden könnte. DieFriedensvermittler begaben sich zu einem einflußreichen Manne inBagdad, Kasser b. Aaron, Schwiegervater des Jbn-Sargadn, undlegten ihm ans Herz, wie die Mißhelligkeiten bereits alles Maßüberschritten, die Gemeinden in zwei Lager gespalten und die übelstenFolgen herbeigeführt haben. Kasser war mit ihnen einverstanden, denFrieden wieder herzustellen, und überwand auch die feindselige Stimmungseines Schwiegersohnes gegen Saadia. Darauf begaben sich die Ver-mittler zu David und redeten ihm so lange zum Gewissen, bis er sicherweichen ließ. Als Kasser des Exilarchen Geneigtheit zur Versöhnunggewiß war, suchte er Saadia dafür zu bestimmen, der sicherlich keinenWiderstand geleistet. Die ganze Gemeinde von Bagdad betheiligte sichbei dieser Friedensstiftung. Ein Theil begleitete David und ein andererSaadia, bis Beide in ein Zimmer znsammengeführt wurden. Diebeiden Feinde umarmten und küßten einander und ließen von diesemAugenblicke an ihren gegenseitigen Groll fahren fl. Die Versöhnungwar so aufrichtig, daß der Exilarch Saadia mehrere Tage in seinemHause bewirthete und ihn dann mit Ehrenbezeugungen in sein Amtwieder einsetzte. Der Gegen-Gaon b. Satia wurde seiner Funktionenthoben, bezog aber seinen Gehalt weiter.
Die suranische Akademie erhielt durch Saadia wieder neuen Glanzund verdunkelte ihre Schwester, an welcher zwei nicht sonderlich be-kannte Gaonen nacheinander fungirten: Zemach b. Kafnat (936—938)und Chanina b. Jehuda'i (938—943). Die Anfragen aus den in-ländischen und auswärtigen Gemeinden wurden wiederum nach Suragerichtet, und Saadia beantwortete sie unermüdlich, obwohl seine Ge-sundheit durch die Reibungen und Kränkungen geschwächt war, und eran unheilbarer Schwermuth litt. Zahlreich sind seine gutachtlichenAntworten, wahrscheinlich aus dem letzten Jahre seines Gaonats, vondenen viele noch zum Theil in hebräischer, größtentheils aber inarabischer Sprache vorhanden sind. Saadia's Seelengröße zeigte sichin seinem Verhalten zur Familie seines Gegners David. Als derselbestarb (um 940), stimmte Saadia für die Ernennung seines SohneslJehuda), der aber nur sieben Monate seine Würde bekleidete. Er
fl 13. Adar — 27. Februar 937, nach Nathan Babli in Jochasin.