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Geschichte der Juden.
Aaron b. Ascher aus Tiberias und war überhaupt während dieserZeit schriftstellerisch fruchtbar Z.
Die Höhe seiner Leistungen besteht aber in seinen philosophischenArbeiten, die er in zwei Schriften niedergelegt, in einen Commentarzum Buche derSchöpfung (8skor llsLirab) und in ein großes Werküber „Glauben und Glaubenslehren", beide in arabischer Sprache.Saadia war der erste, der ein ziemlich vollständiges religions-philo-sophisches, gegliedertes System aufgestellt hat. Denn wiewohl diekaräischen Lehrer breite philosophische Auseinandersetzungen liebten undsie oft bei unpassenden Gelegenheiten anzubringen pflegten, so habensie es weder bis dahin, noch überhaupt zu einem umfassenden, abge-rundeten Religionssystem gebracht. Aber auch die Araber hatten bisdahin noch keine systematische Philosophie erzeugt. Saadia hat dem-nach aus seiner eigenen Denkkraft heraus das Gebäude einer jüdischenReligionsphilosophie aufgeführt, wenn er auch der arabisch-mutazilitischenSchule philosophische Themas und die Methode der Behandlung ent-lehnt hat.
Als Saadia seinen Commentar zu dem halb mystischen und halbphilosophischen „Buch der Schöpfung"^ schrieb, dessen Ursprungnoch immer nicht gefunden ist und das neben tiefen Gedanken kindischeSpielereien enthält, war sein Denken noch unreif. Nicht nur hat erden Gedankengang dieses eigenthümlichen Schöpfungssystems nicht erfaßtund Manches hineingetragen, was demselben fremd ist, sondern aucheinen eigenen Gottesbegriff aufgestellt, der an jene Lehre anstreift,welche überall im Größten und Kleinsten göttliche Wirksamkeit undKraft, aber nirgends Gott gewahrt (Pantheismus). Die AllgegenwartGottes faßte Saadia so auf, daß Gott das Leben und das Wissender Welt sei. Wie das Leben des Organismus in jedem Theilchenvorhanden ist, so ist Gott in allen Theilen des Weltalls gegenwärtig,in Bergen, Strömen, Meeren. Und wie das Wissen nicht wechselt mitdem Wechsel der Dinge, so wechselt auch Gott nicht in dem Gewogeder Erscheinungen im Weltall. Und wie die Erkenntniß nicht beflecktwerden kann, so kann Gott, obwohl in allen Dingen seiend, nicht vonihnen befleckt werden. Aber obwohl er im Weltall und in allen Theilendesselben ist, so ist er doch erhaben darüber, führt und leitet es, wieder Geist der Seele innewohnt und doch mehr ist, als sie und sie leitet.
>) Das.
-) Ich habe früher das 8slsr cksr-irab. in die gnostische Zeit gesetzt, binaber davon zurückgekommen, weil darin einige Termini aus der arabischen ZeitVorkommen, und gestehe, nicht zu wissen, wohin es zu placiren ist. Wahr-scheinlich ist es in Tiberias entstanden.