Saadia's Kämpfe.
261
Almuktadir und bestachen die Günstlinge und Höflinge, um denHerrscher günstig für ihre Sache zu stimmen. Jbn-Sarg'adu ließ essich 10 000 Denare kosten, um Saadia's Enthebung vom Gavnatedurchzusetzen. Der Chalife wollte beide Parteien vernommen wissenund ließ ein förmliches Verhör in Bagdad anberaumen unter dem Vor-sitze des Wesirs Ali Jbn-Jsa, dem viele Großwürdenträger beiwohnten*).Der Streit wurde indessen nicht ausgetragen, wahrscheinlich wegen dervielen Wesire, die in den letzten zwei Regierungsjahren des ChalifenAlmuktadir auf einander folgten, und der Unruhen, die während dieserZeit in der Hauptstadt herrschten (930 — 932). Saadia behauptetesich während dieser Zeit als Gaon, hatte aber einen Gegen-Gaon anJoseph b. Satia; ebenso bestanden in dieser Zeit zwei Gegen-Exilarchen:David und sein Bruder Josia - Hassan.
Erst als der Chalife Almuktadir in einem Aufruhr erschlagenworden (October 932) und der bettelarme Kahir als Chalife aus-gerufen wurde — der sich zum Huldigungsakt erst Kleidungsstückeausleihen mußte — obsiegte diejenige Partei, welche mehr Summenfür die leere Chamlle des Chalifen liefern konnte, und das war diedavidische. Der Exilarch verschwendete die von den Gemeinden er-preßten Einnahmen, um den Sturz seines Gegners herbeizuführen.So wurde es Saadia endlich von Seiten des Chalifen untersagt, alsakademischer Präsident zu fungiren, vielleicht auch in Sura zu weilen(Anfangs 933). Der Gegen-Exilarch Hassan wurde nach Chorasanverbannt, wo er später sein Grab fandst. Saadia lebte darauf vierJahre zurückgezogen in Bagdad (933 bis 937) als Privatmann.Unbegründet ist aber die Nachricht, daß ihm der Exilarch David nachdem Leben getrachtet, und daß er deswegen genöthigt gewesen wäre,sich LU verbergen 3). Aber seine Gesundheit hatte durch die jahrelangenStreitigkeiten und Kränkungen gelitten, er wurde schwermüthig. SeinTrübsinn störte indessen seinen Geist nicht. Er verfaßte gerade wäh-rend der Zurückgezogenheit seine besten Schriften, die den Stempelder Gedaukenfrische und Originalität an sich tragen. Er schrieb tal-mudische Abhandlungen, dichtete poetanische Stücke und reimlose Gebetevoll von religiöser Wärme, stellte eine vollständige Gebetordnung(8Iääur) nach Art der Amram'schen (o. S. 233) und die Regeln derKalenderordnung (Ibbur) zusammen, Polemisirte gegen den Massoreten
st Maßudi bei äs 8s,o^ Obrsstoius.tllis s,rs,bs I 350 Note 52.st Nathan Babli, Scherira; vergl. Note 20.st Dieselbe Note.