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Geschichte der Juden.
^nan*). Ter Inhalt derselben ist unbekannt; doch läßt sich ver-muthen, daß Saadia einerseits die Notwendigkeit der Tradition nach-gewiesen, andrerseits Anan's Inkonsequenzen blosgelegt hat. Für dieNotwendigkeit der Ueberlieferung stellte er sieben Beweisgründe auf,die, so schwach sie auch sind, von den Karäern selbst später größten-theils anerkannt wurden. Das Schriftwort, meinte er, sei für dasVerständnis; und die Ausübung der Gesetze unzulänglich. MancheGesetzesbestimmungen seien im Pentateuch nur umrißlich gegeben undbedürften der Erläuterung. Das Verbot der Werkthätigkeit amSabbat sei so allgemein gehalten, daß man nicht weiß, welche Arbeitendarunter zu verstehen seien. Gebete seien im sinaitischen Gesetze garnicht vorgeschrieben, und deren Notwendigkeit weise auf eine mündliche An-leitung hin. Die einstige messianische Erlösung und die Auferstehungder Tobten haben ihre Begründung lediglich in der Ueberlieferung.Und endlich beruht die israelitische Geschichte und deren Verlauf einzigund allein auf TraditionWie Saadia seine Angriffswaffen gegenAnan geschwungen hat, ist nicht mehr zu erkennen. Er verfaßte aucheine Schrift, worin er die maßlose Ausdehnung der Verwandtschafts-grade im Karäerthume widerlegte und stellte Anan als einen Ehr-geizigen dar, der „einen Ueberfluß an Frechheit und einen Mangelan Gottesfurcht gehabt" und den Abfall vom talmudischen Jnden-thume nur aus Trotz unternommen habe.
In kaum begonnenem Mannesalter unternahm Saadia ein nochschwierigeres Werk, wodurch er folgenreich für das Judenthum wirkte.Bisher hatten die Karäer die heilige Schrift gewissermaßen in Beschlaggenommen, die rabbanitischen Lehrer dagegen hatten sie vernachlässigt,weil der Talmud ihnen für das religiöse Leben ausreichend schien.Während die Karäer bereits eine Menge schrifterklärender Werke ver-faßt hatten, war der Rabbanismus ganz arm daran. Saadia, derdiesen Mangel fühlte, unternahm es, die heiligen Urkunden insArabische, die Sprache, welche damals von; äußersten Westen bisnach Indien verstanden wurde, zu übertragen. Diese Uebersetzungbegleitete er mit kürzer» oder längcrn Erklärungen, je nachdem derGegenstand es erforderte. Drei Zwecke hatte er dabei im Ange^).Er wollte zunächst die heilige Schrift dem Volke zugänglich machen;dann gedachte er dem um sich greifenden Karäerthume entgegen zu
st Vergl. über Saadia's Schriften Note 20.
st Salmon ben Jerucham's Polemik gegen Saadia. Alphabet III. hand-schriftlich.
st Vergl. das Fragment von Saadia's Einleitung in der Londoner Poly-glotte 1. VI. Anfang.