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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

fördert und unterstützt wurden. Die Hochschule von Sura wurdeaber dadurch immer mehr herabgedrückt. Sie fristete noch ein mattesLeben unter dem Gaon Hilai b. Mischael (906914); aber derEifer für das Talmudstudium war an dieser Hochschule so erkaltet,daß sich keine Autorität fand, mit der Gaonatswürde bekleidet zuwerden i). Um indessen die suranische Akademie nicht eingehen zulassen, wurde ein Schulhaupt erwählt, Jakob b. Natrona'i (Amram^)(914926), der so unbedeutend war, daß keine gutachtliche Aeußerungvon ihm bekannt ist und der nach Außen so sehr abhängig war, daßer alle Willkürlichkeiten des pumbaditanischen Gaons gut hieß undnicht wagte, ihm zu widersprechen.

Es trat nämlich ein Mann an die Spitze der PumbaditanischenHochschule, welcher den Ehrgeiz hatte, dieselbe zum alleinigen Mittel-punkte des babylonischen Gemeinwesens und dadurch der ganzen Juden-heit zu machen, das Exilarchat zu untergraben und die Hochschulevon Sura zum leblosen Schatten zu machen. Dieser Mann, MarKohen-Zedek II. b. Joseph (fungirte 917936), war eine leiden-schaftliche energische Natur, von der Gattung derer, die zwar vonpersönlicher Selbstsucht frei sind, aber die Machtvergrößerung einerKörperschaft wie eine persönliche Angelegenheit mit Hintansetzungaller Rücksichten betreiben. Zunächst, und wie es scheint gleich nachAntritt seines Amtes, verlangte Kohen-Zedek, daß die pumbaditanischeHochschule einen größeren Antheil von den Spenden von nahen undfernen Gemeinden für die Akademien beziehen sollte. Er begründetedie Forderung damit, daß das pumbaditanische Collegium und dieJünger zahlreicher seien als in Sura und also eine größere Berück-sichtigung verdienten. Daß Sura durch ihren Gründer und ihr hohesAlter von jeher eine Bevorzugung genossen hat, darum kümmerte sichKohen-Zedek nicht. Wegen dieser Forderung entstanden so langeReibungen und Streitigkeiten zwischen den beiden Hochschulen, bis sichangesehene Männer ins Mittel legten und die Ausgleichung trafen,daß die Spenden fortan zu gleichen Theilen vertheilt werden sollten^).Kohen-Zedek hatte jedenfalls so viel gewonnen, daß die suranischeAkademie die letzte Spur ihres Vorranges eingebüßt hat. Dann bander mit dem Exilarchat an, um es zu verkleinern. Der Inhaber dieserWürde war damals Ukba, ein Mann, der mit arabischer Bildung

Z Scherira Sendschreiben.

°) Scherira nennt den mittelbaren Vorgänger Saadia's Jakob b. Na-tronai, Nathan Babli dagegen Amram b. Schelomo. Er hat also zweiNamen geführt. Vergl. darüber Frankel, Monatsschrift Jahrg. 1857. S. 343.

?) Nathan Babli das.