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Geschichte der Juden.
faßte auch ein sprachvergleichendes Werk, worin er namentlich die Ähn-lichkeit des Hebräischen und Arabischen in Stammbildung und Formennachwies. Er citirt den Koran und Verse von arabischen Dichtern*).Sein grammatischer Standpunkt ist übrigens noch sehr niedrig. Ob-wohl Ben-Koraisch die drei semitischen Sprachen und noch dazu dasBerberische gut verstand, ließ er sich von Eldad täuschen, daß die an-geblichen Daniten einen großen Wortschatz des Hebräischen besitzen,der weit über den Kreis des biblischen Hebräisch hinausrciche.
Von der Berberei setzte Eldad nach Spanien hinüber, wiederholteda sein Lügengewebe und überlieferte Gesetzesbestimmungen von demRichter Othniel b. Kenaz, der sie von Josua und dieser wieder vonMose vernommen. Die des Talmuds wenig kundigen Juden Spanienszollten ihm dafür große Verehrung. Von da aber verliert sich seineSpur. Er verfiel wieder dem Dunkel, dem er entstammte. Eldad'sfabelhafter Bericht über seine Reise und seine Abenteuer und überdie Zehnstämme hat sich bruchstückweise (Lekar Ltäaä Imvani^) erhaltenund ist natürlich als bare Geschichte angesehen worden. Das Vor-handensein der Zehnstämme in selbständigen Reichen umspielte wieein süßer Traum die unter der Zuchtruthe seufzenden Juden desErdballs und weckte in sehnsuchtsvollen Gemüthern den Wunsch, dieseReiche aufzusuchen. Wie den Christen das fabelhafte Reich desPriesters Johannes, wo das Ur-Christenthum in ursprünglicher Reinheitbestehen soll, so erschien den Juden das Reich der Zehnstämme anden Ufern des Sabbationflusses in idealer Verklärung.
Indessen ging dasjenige Institut, an welches sich die Erinnerungenvon der ehemaligen politischen Selbständigkeit des Judenthums knüpften,mit raschen Schritten der Auflösung entgegen. Das Exilarchat verlordurch die Rivalität der pumbaditanischen Hochschule immer mehr anAnsehen und an Einkünften, welche der Würde als Halt dienten. Ge-fördert wurde das Hoheitsstreben der Pumbaditaner dadurch, daß dergrößte Theil des suranischeu Collegiums innerhalb dreier Monateausstarb. Nach dem suranischeu Gaon Zemach b. Chajim (o. S. 243)wurde ein sonst unbekannter R' Malchija zum Schulhaupte erwählt,
U Von diesem Sendschreiben hat Schnurrer einige Proben (in Eichhorn'sBibliothek d. bibl. Literatur Bd. III) gegeben, vollständig abgedruckt mitdeutscher Usbersetzung hat es der Consul Wetzstein (Orient. Litbl. Jahrg. 1842,Nr. 2). Zum zweiten Male herausgegeben mit B.-Koraisch' Sprachbemcrkungen:Bargss und Goldberg Lprstola, Paris 1857 Der letzte gab in der Einleitungeine Biographie des B. Koraisch, sehr precis gehalten, wovon aber mehr alsdie Hälfte erdichtet ist.
2) In lateinischer Nebersetzung von Genebrard Hläaä Uanirrs äs llnäaslsslaasis. Paris, 1584.