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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Eldad.

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öfter nach denselben Bezeichnungen gefragt, und Eldad war schlaugenug, sich nicht durch Gedächtnißfehler zu verrathen. Bedenklicherschienen aber den Kairuanern die seltsamen Ritualien, die er ihnen,als von Mose stammend, ausgegeben, und die größtentheils ihrenkaräischen Ursprung verrathen und daher von talmudischen Normenstark abweichen. Das war eben der Hauptzweck seiner Wanderungen.Um ihr Gewissen darüber zu beruhigen, schickten die Kairuaner eineAnfrage an die damalige rabbanitische Autorität, den Gaon Mar-Zemachb. Chajim von Sura (fungirte 889895), Nachfolger und Halbbruderdes Gaon Nachschon (o. S. 233). Sie theilten ihm einige Züge ausEldad's Erzählungen mit und legten ihm namentlich seine danitischenRitualien zur Begutachtung vor.

Nach einiger Zeit traf ein Sendschreiben aus Sura an dieGemeinde von Kairuan darüber ein. Mar-Zemach erwiderte, daßEldad ihm vom Hörensagen bekannt sei. Seinen Erzählungen vonden hebräisch redenden Stämmen dürften sie ohne Bedenken Glaubenschenken; denn einiges davon sei durch agadische Auslegung bestätigt.Die Abweichungen vom Talmud in dem Judenthume der Danitendürften sie nicht befremden, da selbst der Text der heiligen Schrift,der doch Jedermann vorliegt, verschieden ist in Babylonien undPalästina in Bezug auf Rechtschreibung, Versabtheilung, Massoraund noch andere Punkte, um wie viel mehr sei Verschiedenheit in dermündlichen Lehre erklärlich. Möglich auch, fügt Mar-Zemach hinzu,daß Eldad wegen seiner Irrfahrten und Leiden manches vergessenund verwechselt habe. Indessen mögen sie sich nicht irre machen lassen,sondern fest an dem babylonischen Talmud halten, der ein Ausflußder Propheten und Weisen sei, welche schon unter dem gefangenenKönig Jojachin Lehrhäuser an den Ufern des Euphrat angelegt hätten, Mar-Zemach's Blick war also nicht geschärft genug, in Eldad denAufschneider und verkappten Karäer zu erkennen. Durch die Autoritätdes Gaon gehoben, schwand das Mißtrauen gegen ihn ganz, und ergalt seinen Zeitgenossen und der Nachwelt als ein Abkömmling desStammes Dan. Eldad konnte unangefochten seine Reise und seineMystificationen verfolgen. Wir finden ihn später in der Berberei undin der Stadt Ta Hort (im Marokkanischen). Hier traf er den Sprach-kundigen Juda b. Koraisch (blühte um 870900), den die Karäerzu den Ihrigen zählten *). Ben-Koraisch scheint in Nordwest-Afrikain der Gegend, welche die Araber Maghreb nannten, bei seinenGlaubensgenossen in Ansehen gestanden zu haben. Ben-Koraisch ver-

Vergl. Note 19 und S. 234, Amn. 4.

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