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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Die Jsaschariten hätte er als ein friedliches Völkchen gefunden, dasnur den Streit um die Bibelanslegung kannte und von Ackerbau undViehzucht lebte. Der Stamm Jsaschar würde von einem RichterNamens Nachsckwn regiert und spräche hebräisch, Persisch und türkisch(oder tatarisch, Leckar). Die Stämme Zebulon und Röuben wohntendiesseits und jenseits eines Gebirges Parian (oder Chorasan), ständenmit Armenien in Handelsverbindung, gelangten bis zum Euphrat,sprächen hebräisch und persisch, ließen auch das Persische bei der Vor-lesung aus der Thora zu und führten gemeinsame Kriege gegen dieNachbarn. Der Stamm Ephraim und der halbe Stamm Manassewohnten in der Nähe von Mekka und Medina. Sie seien muthig,jähzornig, gute Reiter, Wegelagerer und lebten mit ihren Feinden insteter Fehde. Um die Zahl der Zehnstämme voll zu machen, erzählteEldad auch von den Stämmen Simeon und Halbmanasse, die da imLande der Chazaren wohnten, von fünfundzwanzig VölkerschaftenTribut zögen, und denen selbst ein Theil der Mohammedaner unter-than sei. Es ist augenscheinlich, daß Eldad Kunde hatte von demjüdischen Chazarenreiche und auch von dem ehemaligen jüdischen Staatein Süd-Arabien (Himjara o. S. 76), sowie daß er von den un-abhängigen jüdischen Stämmen in Nord-Arabien Manches gehört, unddaß er daraus seine Fabel von dem Vorhandensein der Zehnstämmeund der selbständigen jüdischen Reiche zusammengeflickt hat.

Wo Eldad zuerst mit seinen erlogenen Abenteuern und Märchenaufgetreten ist, haben wir keine Kunde, wahrscheinlich in Egypten.Von da gelangte er nach Kairuan, der Hauptstadt des fatimidischenChalifats. Hier gab er sich den Anschein, keine andere Sprache alsHebräisch zu verstehen und zeigte den dortigen Juden einen vorgeblichdanitischen Talmud, der aber nichts anderes war als eine Mischnahaus karäischen und rabbanitischen Bestandtheilen. Eldad hatte sogardie Unverschämtheit, darin Mose und Josua redend einzuführen, wieihnen rituelle Fragen vorgelegt worden, und wie sie dieselben be-antwortet hätten. Um den Rabbaniten jedoch nicht allzusehr vor denKopf zu stoßen, fabelte er ihnen vor, die Daniten und ihre Stamm-genossen hielten die babylonischen Gaonen hoch in Ehren, und wennsie für die Zerstreuten Jsrael's beteten, nannten sie dieselben zuerst.Die Kairuaner, erstaunt ob solcher wunderbaren Neuigkeiten, die derfremde Mann ihnen erzählte, lauschten andächtig auf seine Worte,konnten sich aber eines unwillkürlichen Mißtrauens nicht erwehren-Eldad hatte ihnen mehrere Wörter als echt hebräische genannt, diedurchaus nicht hebräisch klingen, und die rein erfunden zu sein scheinen.Um die Richtigkeit seiner Angaben zu prüfen, hatten die Kairuaner