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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Trauernden um Zion.

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Vers an:das Bett Salomo's ist von sechszig Helden umgeben",(hohes Lied) und noch andere Verse, die sie symbolisch verdrehten,um sie Passend zu machen*). Die sechszig Büßer in Jerusalem

scheinen eine Autorität und ein einigendes Band für die zerfahrenenkaräischen Gemeinden gewesen zu sein. Ihre Gesetzesauslegung galtals Norm. Allein eben dadurch erhielt das religiöse Leben der Karäerim Allgemeinen ein asketisches Gepräge. Nicht nur die levitischen

Reinheitsgesetze beobachteten sie aufs Strengste, wie es Nissi b. Noahausgeklügelt hatte, sondern sie mieden fast den Umgang von Nicht-juden, mochten von ihnen weder Brod, noch Backwerk kaufen und über-haupt nichts genießen, was jene berührt hatten. Ja, sie gingen soweit, zu behaupten, der Genuß des Fleisches von solchen Thieren, diefür den Altar tauglich sind, sei verpönt"). Je mehr sich die Karäerin diese büßermäßige Strenge verrannten, desto mehr betrachtetensie die Rabbaniten als Unreine, Verworfene und Gesetzesübertreter,deren Haus zu besuchen eine Sünde sei.

Die Karäer hatten sich nach und nach von Babylonien undJudäa aus einerseits nach Egypten, andererseits nach Syrien undnordwärts bis nach der Insel Krimm verbreitet^). In Egypten

sammelten sich große karäische Gemeinden in Alexandrien und

Kahira; in der Krimm in Bosporus (Kertsch), Sulchat undKaffa (Thcodosia). Zur Vermehrung der Karäer trug der EiferEinzelner viel bei, durch Disputationen, Predigten und SendschreibenAnhänger unter den Rabbaniten zu erwerben. Wie jede im Mittel-punkte schwache Sekte ging auch das Karäerthum auf Propagandaaus, als könnte die äußere Ausdehnung die innere Schwäche decken.Ein solcher Proselytenmacher war ein Mann, der sich Eldad nannte,ein Schlaukopf, der wunderliche und abenteuerliche Dinge zu erzähle»,jede Maske zu tragen vermochte und zu seiner Zeit viel von sichreden machte. Eldad's abenteuerliche Wanderungen werfen ein grellesLicht auf die jüdische Geschichte der Zeit. Er gehörte zu jener Klassevon Betrügern, die einen frommen Zweck haben, die Leichtgläubigkeitder Menschen auszubeuten verstehen und die Menge durch ein undurch-dringliches Lügengewebe zu fangen wissen.

Eldad*) b. Machli (oder wie er sonst geheißen haben mag, um880 bis 890) stammte wahrscheinlich aus Palästina; denn er sprach

') Sahal Abulfari's Sendschreiben bei Pinsker S. 31, 36, vergl. Note 17,VI.

-) Das. S. 32.

Folgt ans Salmon b. Jerucham, aus dem Sendschreiben des MenachemGizni (bei Pmsker S. 47 f.) und aus einer Notiz in einem alten Codex. Vergl.Note 23 Ende. ») Vergl. Note 19.