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Geschichte der Juden.
(um 900Z. Indessen fanden sie sich nach dem Ableben dieses Kaisers,wie nach Leo dem Jsaurier, wieder im byzantinischen Reiche ein^).
Auch in den Ländern des Chalifats, namentlich in Babylonien(Irak), wo der Herzschlag des jüdischen Stammkörpers war, büßtendie Juden nach und nach die günstige Stellung ein, die sie vorhereingenommen hatten, obwohl die Unduldsamkeit der mohammedanischenMachthaber lange nicht so hart wie die der christlichen war. Aberauch hier waren sie der Willkür Preisgegeben, seitdem die Chalifenihre Machtvollkommenheit den Wesiren überließen und sich selbst zurOhnmacht verdammten. Die Chalifen nach Almamun wurden immermehr der Spielball ehrgeiziger und habsüchtiger Minister und Militär-obersten, und die morgenländischen Juden mußten öfter die Gunst derHerren des Augenblicks theuer erkaufen Der Chalife Almutawakkil,Almamun's dritter Nachfolger, erneuerte wieder die Omar'schen Gesetzegegen Juden, Cbristen und Magier, zwang sie eine Absonderung be-zeichnende Kleidung zu tragen — gelbe Tücher über ihren Anzug undeine dicke Schnur statt des Gürtels — ließ Synagogen und Kirchenin Moscheen verwandeln und verbot den Mohammedanern, Juden undChristen Unterricht zu ertheilen, und sie zu Aemtern zuzulassen (849—56 6). Bon ihren Häusern mußten sie den zehnten Theil desWerthes an den Chalifen zahlen und durften nach einer späteren Ver-ordnung nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln oder Maul-eseln (853-54). Die Exilsfürsten hatten ihre Bedeutung verloren,seitdem der Chalife Almamun jenes Gesetz erließ, daß sie nicht mehrvon oben anerkannt und unterstützt werden sollten (o. S. l97), undnoch mehr durch Mutawakkil's Fanatismus. Sie hörten mit der Zeitauf, öffentliche Würdenträger mit einer gewissen politischen Macht-befugniß zu sein, deren Befehle von den Glaubensgenossen streng be-folgt werden müßten. Ans die Anerkennung von Außen mußten sieVerzicht leisten und sich mit der Stellung begnügen, die ihnen dieGemeinden aus alten, liebgewonnenen Erinnerungen einräumten. Diestrenge Unterordnung unter dieselben war aufgelöst. Die Namen derauf einanderfolgenden Exilarchen sind daher wegen ihrer zunehmendenBedeutungslosigkeit für eine geraume Zeit ganz unbekannt geblieben.
Je mehr das Exilarchat sank, desto mehr hob sich das Ansehender pumbaditanischen Hochschule, weil sie der Hauptstadt des Chali-
') Usouis irovsllas a. a. O.
°) Folgt daraus, daß Sabbathai Donnolo um 950 Leibarzt des byzanti-nischen Exilarchen war, und daß Constantin um 1026 in einem Streit zwischeneinem getauften Juden und seinen ehemaligen Glaubensgenossen eine billigeEidesformel vorschrieb (Usunolav jus Crasc:o-Ilorag.iiurll D I. x. 118—120).
") Quellen bei Weil Chalifen II. 3S3 f.