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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Pumbaditanische Hochschule.

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sats Bagdad nahe war. und deren jüdische Gemeinde, welche ein-flußreiche Mitglieder zählte, zu ihrer Gerichtsbarkeit gehörte. Pum-badita erhob sich zunächst aus der untergeordneten Stellung, die siesich bis dahin hatte gefallen lassen müssen. Sie stellte sich mit derSchwesterakademie von Sura auf gleichen Fuß, und ihre Schulhäupternahmen ebenfalls den Titel Gaon an. Dann entzog sie sich der Ab-hängigkeit von dem Exilarchate. Während früher das Schulhauptund das Collegium von Pumbadita sich zur Huldigung des Exilarcheneinmal des Jahres zum Aufenthaltsorte desselben begeben mußten,stellten sie solches nach der Zeit des Exilsfürsten David b. Jehudaein. Wollte das Oberhaupt der Exulanten eine öffentliche Ver-sammlung halten, so mußte es sich nach Pumbadita begeben^). Wahr-scheinlich ging diese Erhebung oder Ueberhebung der pumbaditanischenHochschule von dem Schulhaupte Paltoj b. Abaji aus (fungirte 842bis 58), der die Reihenfolge der bedeutenden Gaonen eröffnet undden Bann sehr gehandhabt wissen wollte"). In Sura wurde nachder zweijährigen Vakanz des Gaonats so. S. 199) Mar Kohen-Zedek 1. b. Abimai erwählt (fungirte 83949), von dem sehr vielegutachtliche Bescheide ausgingen, und der zuerst eine Gebetordnung(Siääur) angelegt hat^). Sein Nachfolger Mar Sar-Schalom b.Boas (84959), ebenfalls Zeitgenosse Paltoj's, hat seinerseits dieRechtsgutachten-Literatur bereichert. Einer seiner Bescheide bezeugtdie tiefe Sittlichkeit, von welcher die Träger des talmudischen Juden-thums durchdrungen waren. Auf eine Anfrage, ob ein Jude einenRaub an einem Nichtjuden begehen dürfe, wo es ohne üblen Ruf fürdie Bekenner des Judenthums ausgeführt werden kann, erwiderte MarSar-Schalom mit vieler Entrüstung, daß es nach talmudischen Grund-sätzen streng verpönt sei. Man dürfe Nichtjuden ebenso wie Judenauch nicht mit einem Worte täuschen oder durch den Schein von Ge-fälligkeit für sich einnehmen wollen. Dagegen war auch er in demDämonenglauben seiner Zeit befangen, daß böse Geister sich an Jedenheften, der eine Leiche zur Grabstätte begleitet ^).

Streitigkeiten um die Nachfolge in der Gaonwürde blieben auchin dieser Zeit nicht aus, obwohl die Exilsfürsten schwerlich dabei ihrGewicht geltend machen konnten. Nach Paltoj da sein unmittel-barer Nachfolger 5) nur sechs Monate fungirte brach in der pum-

h Scherira Sendschreiben, vergl. Note 12, 6 und Note 13.

2) L-sspoiiss. Os-onira 8obs.ars 2s6sk p. 75. Note 14.

H Jbn-Giat in dessen Ha-lasbot.

Lssponss, Oo-omin 8sbaa,rs 2s6.sk p 29 b. No. 6; 21b. No. 20.s

H Achat Kahana b. Mar.