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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Juden im byzantinischen Reiche.

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gehörte nicht zu den verworfensten byzantinischen Herrschern, er warder Gerechtigkeit und Milde nicht ganz verschlossen. Aber er wardarauf versessen, die Juden zum Christenthum herüber zu ziehen.Er veranstaltete daher Religionsdisputationen zwischen jüdischen undchristlichen Geistlichen und decrctirte, daß jene entweder ihre Religionbis zur Unwiderleglichkeit beweisen oder eingestehen sollten,daß Jesusder Gipfelpunkt des Gesetzes und der Propheten sei". Da aberBasilius voranssah, daß die Inden schwerlich durch Disputationenvon der Wahrheit des Christenthums überzeugt werden dürften, ver-sprach er denen, welche zur Bekehrung sich geneigt zeigen würden,Ehrenstellen und Würden Z. Was den Widerstrebenden widerfahrensollte, verschweigen die Quellen, sicherlich harte Verfolgung. Eine un-verbürgte Nachricht erzählt, ein Kaiser Basilius habe über die Ge-meinden des griechischen Reiches so starke Verfolgungen verhängt, daßmehr als tausend derselben anfgerieben worden seien, und ein hebräischerDichter, Schefatia, habe fünf derselben dadurch gerettet, daß er dessenverrückte Tochter geheilt"). Durch Aussicht auf Belohnung alleinhätten die Inden sich schwerlich für das Christenthum gewinnen lassen,wenn nicht die Drohung mit Tod oder dem Elend des Exils Nach-druck gegeben hätte. Viele Inden gingen bei dieser Gelegenheit zumChristenthum über oder thaten so, als wenn sie gläubig gewordenwären. Kaum aber war Basilius gestorben (886), so warfen sie hierwie in Spanien und Frankreich und überall, wo es ihnen der Zwangaufgelegt hatte, die Maske ab^) und wandten sich wieder der Religionzu, der ihr Herz auch nicht einen Augenblick untreu geworden war.Sie hatten sich aber verrechnet. Basilius' Sohn und Nachfolger. Leoder Philosoph genannt ein damals von der Schmeichelei billigertheilter Titel übertraf noch seinen Vater an Härte. Leo erließein Gesetz, welches die früheren Bestimmungen in den alten Gesetzes-sammlungen in Betreff der Religionsfreiheit der Inden anfhob undverschärfte, daß die Juden nur nach christlicher Vorschrift leben sollten,und derjenige, welcher in die jüdischen Bräuche und Denkungsart zn-rückfiel, sollte als ein Abtrünniger, d. h. mit dem Tode bestraft werden

9 Iisonis novellas oonsbitmtionss in Kriegel's Ausgabe des oorpusjuris R. III. x>. 798 § 55; lltisopllanss oorNinuaims p. 341: Lyrasonrns.Aisbsr ibiä. 690; Llsorgins rnouaobus ibiä. 842; Osärsaus oooaxisii-äium 241 f.

2) Alter Machsor-Commentar zum Pismon: Israel Hoselia,'; vergl. Zunzsynagogale Poesie S. 170. Wenn Zunz diese Sage auf Basilius II. bezieht,so ist das ungerechtfertigt, da von diesem keine Judenverfolgung bekannt ist,wohl aber von Basilius Macedo.

2) Rbsoxlaanss eontilluabus a. a. O.