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Geschichte der Juden.
Ludwig den Juden gewährte, eine Verpflichtung für dieselben enthalte,d. h. daß sie Schützlinge der Machthaber seien und deren Vermögenund Personen den Fürsten angehörten. Wenigstens liegt dieser Ge-danke dem Aktenstücke zu Grunde, wodurch der Usurpator Boso, Königvon Burgund und der Provence, der von Geistlichen umgeben war,die Juden der Kirche schenkte fl, d. h. über sie gewissermaßen wie überLeibeigene verfügte. Sein Sohn Ludwig bestätigte diese Schenkung(920). Dieser Zustand der willkürlichen Behandlung der Juden hörteerst mit der Regierung der Capetinger auf.
Wie im Westen Europas, so fielen die Juden im Osten diesesErdtheils, im byzantinischen Reiche, einem traurigen Geschicke anheim.Ungeachtet der Zwangstaufe und der Verfolgung von Seiten desKaisers Leo, des Jsauriers (o. S. 155), waren die Juden wieder imganzen byzantinischen Reiche und namentlich in Kleinasien und Griechen-land verbreitet. Unter welchen Kaisern sie die Erlaubniß erhielten,das Jndenthum wieder zu bekennen, ist nicht bekannt, vielleicht unterder Kaiserin Irene, welche durch ihre Verbindung mit Karl demGroßen nicht so engherzig wie ihre Vorgänger war. Manche JudenGriechenlands beschäftigten sich mit Seidenraupenzucht, mit Pflanzung vonMaulbeerbäumen und Seidenspinnerei fl. Sie hatten von Alters hereinen Brauch, die Seidenraupen nur an Feiertagen, aber- nicht amSabbat zu füttern, fragten einst bei einem Gaon an, wie es damitzu halten sei, und erhielten den Bescheid, daß es auch am Sabbatgestattet sei (um 840). Allen den Beschränkungen der frühern Kaiserwaren die griechischen Juden übrigens unterworfen und durften ebenso wenig zu einem Amte zugelassen werden wie die Heiden undKetzer, „damit sie aufs Aeußerste erniedrigt erscheinen fl." NurReligionsfreiheit war ihnen gestattet.
Da gelangte Basilius der Macedonier auf den Thron, nachdemer seinen Vorgänger Michael aus dem Wege geräumt hatte. Basilius
fl Rougusb rseusil LI. Obsrts zum Jahre 920.
fl Daß die Juden Seidenzucht in Griechenland betrieben haben, folgtdaraus, daß König Roger von Sicilien sie aus Griechenland nach Italien ver-pflanzte, um dort diesen Zweig der Industrie anzubauen; bei Rsrb-i mouu-rusuts. V. 192, Benjamin von Tudela berichtet, daß die Juden von Thebendiese Kunst betrieben: sä. ^.ollsr x. 16. Außerhalb Griechenlands konnte dieSeidenzucht wegen Mangel an Maulbeerbäumen nicht gepflegt werden. Die,Anfrage der Juden an den Gaon R' Mathatia in Lssx. dsoiürn Lc>. 280(8elissis Ds8eluilis.li) zwischen 860 — 869 in Betreff der Bienenzucht konntedaher nur von griechischen Juden ausgegangen sein.
fl IiSAUni oomxöuäisiius bei Dsuuelav su8 drs.6eo-Roiug.iunu II. 97: