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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Amolo.

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die Weisung erhalten, überall im Morgen- und Abendlande, diesseitund jenseit des Meeres, nicht mehr den neunzehnten Psalm in denSynagogen zu singen, weil dieser deutlich und klar auf Jesus Hinweise*).

Er wirft den Juden Blindheit vor, daß sie glauben, zwei Messiassewerden ihnen erscheinen. Der eine, vom Geschlechte David's, sei schonzur Zeit der Tempelzerstörung geboren und lebe in Rom unter einerabschreckenden Gestalt verborgen. Der andere Messias aus demStamme Ephraim werde gegen Gog und Magog Krieg führen, vonihnen aber getödtet und von ganz Israel beweint werden^). Gegendas Ende seines Sendschreibens bedauerte Amolo am meisten, daß dasjüdische Volk in Frankreich Redefreiheit genoß, und daß viele Christenihm anhänglich waren ^), und daß die Juden christliche Dienstleutehalten durften, die in deren Häusern und Feldern arbeiteten. Aucher beklagt sich darüber, daß einige Christen es aussprachen, die jüdischenKanzelredner predigten ihnen besser als die christlichen Presbyter, alswenn das die Schuld der Juden gewesen wäre, daß die Geistlichennicht im Stande waren, ihr Publikum zn fesseln*). Auch das Er-eigniß, daß der Geistliche und Edelmann Bodo zum Judenthum über-trat und das Christenthum gründlich haßte, machte Amolo den Judenzum Vorwurfs). Von jüdischen Ueberläufern will er gehört haben,daß jüdische Steuerpächter arme Christen so lange drückten, bis dieseChristus verleugneten °), als wenn eine solche Unthat hätte verborgenbleiben können, bis sie Apostaten ans Tageslicht ziehen mußten.

Er selbst, erzählt Amolo, habe nach dem Beispiele seines Lehrersund Vorgängers Agobard wiederholentlich in seinem Bisthume daraufgedrungen, daß die Christen sich von der jüdischen Gemeinschaft los-sagen und sich nicht an deren Speise und Trank verunreinigen möchten,alle seine Thätigkeit sei aber unzulänglich. Daher forderte er sämmtlicheBischöfe des Landes auf, daß sie auf die frommen Christen einwirkenmögen, die alten kanonischen Beschränkungen der Juden wieder ein-zuführen ^). Auch er zählte die Reihenfolge der judenfeindlichen

') Das. o. 2 10.

2) Diese agadische Sage tritt bei Amolo zuerst vollständig auf e. 1213,mährend sie sich literarisch erst zwei Jahrhunderte später im Buche Zerubabel(verf. um 1050) krystallisirt hat.

Das. e. 41. Hnock sniin rnnltnna äolsnclnin sst st per llos iniinieoserweis Obristi, iiesntiosa iibsrtats, gnock volnnt agsntss st sient volnnta^sntss änrn inulti Oliristiani contra, äsorsta eanonnrn ita in-äillsrsntsr sis aälrasrsnt nt inesssantsr sornrn eonjnnetn pollnantnr stixsis ssrviant tava in äonaibns gnarn in aZris.

*) Das. vergl. oben S. 208, Anmerkung 4.

5) Das. e. 42. °) Das. ') Das. e. 43.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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