224 Geschichte der Juden.
Fiskus abgeben mußten, während die christlichen nur zehn zu leistenhatten i).
Amolo und seine Gesinnungsgenossen konnten aber die Niederlage,die sie im Concil zu Meaux erlitten hatten, und daß ihr Plan, dieJuden zu erniedrigen, gescheitert war, nicht verschmerzen. Der Nach-folger Agobard's wendete sich mit einem Sendschreiben an die höhereGeistlichkeit und ermahnte sie auf die Fürsten einzuwirken (846), daß-sie die Privilegien der Juden aufheben und sie in eine niedrigeStellung versetzen mögen. Amolo's Sendschreiben, voller Gift undVerleumdung gegen den jüdischen'Stamm, ist ein würdiges Seiten-stück zu Agobard's Klageschrift gegen denselben an Kaiser Ludwig.Vieles ist auch darin dieser entlehnt und enthält überhaupt nur wenigmene Gesichtspunkte. Der Eingang bezeugt, daß die Juden noch immer-im Volke und beim Adel geachtet und geehrt waren, und um dieseAchtung wollte sie eben Amolo bringen. Er unternahm es zu be-weisen, wie verächtlich der Unglaube der Juden, wie schädlich ihrUmgang für die Gläubigen sei, „was Vielen unbekannt ist, nicht blosdem Volk und der Menge, sondern auch den Adligen und Hochgestellten,-Gelehrten wie Ungelehrten" ^). Er wollte diesen Allen, d. h. demganzen französischen Volke, mit Ausnahme der unduldsamen Geistlichendie Binde von den Augen reißen und ihnen darthun, wie sie durch-freundlichen Verkehr mit den Juden dem Untergange nahe seien. Zudiesem Zwecke stellte er die judenfeindlichen Stellen aus den Evangelienund Kirchenvätern zusammen, und was dort von Ketzern gesagt wird,wendete Amolo gleich Agobard ohne weiteres auf die Juden an, dasie noch schlimmer als Ketzer seien. Von getauften Juden, welche da-mals meistens ihren Abfall durch Verleumdung ihrer ehemaligenGlaubensgenossen beschönigen wollten, hatte er vernommen, daß dieJuden die Apostel „Apostaten" nannten, und daß sie den Namen-Evangelien ans hebräisch gehässig umdeuteten; ferner die Juden hätten
*) Os-pituls-ris. Osroli Oslvi bei lkougust rsousil 1. VII. in I>srt 2auoiruiusutg. IsZss I. k>40.
2) Der Titel der Schrift lautet: Nbsbsui lllsuri srobispiseopi lüoAUirtii.sxistols ssu libsr soutrs. ckuckssos. Die Kritik hat aber festgestellt, daßdieses Sendschreiben nicht von Rhabanus Maurus, sondern von Amolo stammt,was auch aus dem Inhalte e. 43 unzweideutig hervorgeht, wo er auf Ago-bard, als seinen Vorgänger und Lehrer hinweist. Vergl. Adelung, Zusätze zuJöcher's Gelehrtenlexicon Artikel Amolo. — — — Der "Eingang lautet:Ostsstsuäs ckuässoruru psrtickis gusutuva sit uoxis tickslibus — spuckruultos iuosAuituru sst, uou soluva vulAsrss st, plsbsios, ssä stis.ruusbilss st bouorstos, äootos psritsr st iuäootos, st spuck sos rusxiius,iutsr czuos uulls. xrsskstoruiu ioüäsliuru lrs.bits.tio st trsgusutstio sst.