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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Der jüdische Proselyte Bodo.

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Hon der Päpstin Johanna, die Petri Stuhl besudelt hat und ihreUnfläthigkeit überall, selbst in den Kirchen, hat ihn mit Ekel erfülltund ihn dem sittenreinen Judenthnme näher gebracht. Er schrieb selbstspäter, daß er und andere Geistliche in den Kirchen mit verschiedenenFrauen Unzucht getrieben habe. Die christliche Rechtgläubigkeit, ohnenach dem wahren Grunde von Bodo's Gesinnungsänderung nachzu-forschen und in sich zu gehen, war mit der Antwort bei der Hand:Satan, der Feind des Menschengeschlechts und der Kirche, habe ihn dazuverleitet. Oder man sagte sich, die Juden hätten ihn dazu beredet.

Bodo reiste also stracks von Rom nach Spanien, ohne Frankreichund den Hof zu berühren, um dort förmlich zum Judenthum über-zutreten, riß sich Von Vaterland, Ehrenstellen und freundschaftlichenKreisen los, ließ sich in Saragossa beschneiden, nahm den-NamenEleasar an und ließ sich den Bart wachsen (August 938). Vonseinem Gefolge, das er zur Annahme des Judenthums bewegen wollteblieb nur sein Neffe bei ihm. Liebe war keineswegs der Beweg-grund von Bodo-Eleasars Religionswechsel. Denn er heirathete erstin Saragossa eine Jüdin, scheint in den Militärstand bei einem arabischenFürsten getreten zu sein und empfand einen so grimmigen Haß gegenseine ehemaligen Glaubensgenossen, daß er dem mohammedanischenHerrscher von Spanien zugeredet hat, keinen Christen in seinem Landezu dulden, sondern sie zu zwingen, entweder den Islam oder dasJudenthum anzunehmen. Darauf sollen sich die spanischen Christenhülfeflehend an den Kaiser von Frankreich und an die Bischöfe gewandthaben, Alles aufzubteten, um sich diesen gefährlichen Apostaten aus-liefern zu lassen i).

Kaiser Ludwig war allerdings, wie schon erwähnt, über Bodo'sNebertritt zum Judenthum im Ganzen tief betroffen und trauertedarüber. Allein er ließ seinen Schmerz die Juden nicht empfinden

*) Hauptquelle für diese Nachricht ist Nbabani Nanri (richtiger Xnaolonis)cpistcla contra, Inäasos c. 42. Hnoä snirn nungnain antsa Asstnnirnsrninirnns, asänctns sst ab sis (cknäasis) Diaconns p>o-to.tinns, nobilitsrnntritns, st in scclssias otllcüs sxsrcitatns st apnä xrincixsin bsnsbabitns, ita nt ässsrnit psnitus Obristianornna isZnnrn st nnnc apnäHispaniarn intsr saracsnos änäasis sociatns psrsnasns sst, circnrn-cisionsrn carnalsin accipsrs, nonasn sibi inntars, nt gni antsa Loäonnnc tRsasar appsllatnr. Vergl. annalss Lsrtiniani oder ?rnäsntiiIrscsnsis bei Lougnst rscnsil äss bistorisns VI. p. 200 f. OncbssnsD. III. p. 156. I?srt 2 rnonninsnta Lisrnaanias I, 49, 65 und 442. DerChronikstil für dieses Factum lautet: ?uoto äiaconns äs palatio burnaniAsnsris bosts psllsctns, lapsns sot in änäaisrnurn. Interessant sind«pistolas >VIvari st Illsa^ari bei Illors? Lspana saZraäa XVII. p. 178 fg.,XVIII. Ans.