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Geschichte der Juden.
und machte sich keinen Vorwurf daraus, sie begünstigt und Bodo'sAbfall vielleicht auf dem Gewissen zu haben. Er fuhr fort die Judengegen Ungerechtigkeiten zu schützen und bewies es bei einem Rechtsfalle,der einige Monate nach Bodo's Bekehrung zu seiner Kenntniß gelangte.Eine jüdische Familie, ein Vater, mit Namen Gaudiocus und zweiSöhne, Jacob und Vivatius, besaß nämlich Landgüter in Septimanien(im Süden Frankreichs) mit Aeckern, Weinbergen, Wiesen, Mühlen,Gewässern und anderen Zugehörigkeiten. Einige übelwollende Personenmachten sie den Juden streitig, man weiß nicht unter welchem Vor-wände. Sobald der Kaiser Ludwig Kunde davon erhielt, bestätigteer nicht nur den Juden ihre Besitzungen und Rechte, sondern sprachauch den Grundsatz aus: daß wenn gleich die apostolischen Gesetze ihnnur verpflichten, für die Wohlfahrt der Christen Sorge zu tragen, sohindern sie ihn doch nicht, seine Gerechtigkeit und sein Wohlwollenallen Unterthanen zu Theil werden zu lassen, zu welchem Bekenntnißsie auch gehören mögen (Februar 939). Wahrlich, dieser ebensomenschliche wie fromme Fürst hat weit eher den Namen „der Große"verdient, als mancher Despot und Glückzerstörer in der Geschichte, daer in einer barbarischen, bigotten, unmenschlichen Zeit edle, menschlicheGesinnung zu wahren gewußt hat! — Von Ludwig dem Frommenrührt wohl der Anfangs gutgemeinte Gedanke her, der sich durch dasganze Mittelalter hindurchzieht, daß der Kaiser der natürliche Schutz-herr der Juden sei, und sie gewissermaßen als seine Clienten unantast-bar seien Z.
Lougust rssusil paZ. 624. OOXXXII, Die Formel für den denJuden gemährten kaiserlichen Schutz lautete: Oomaduiu Dabbi st Laiunslsiauspotsru sjus snb nostra ckstsnsions oder sub uostro raunäsburäosusosxiillus. Lougust das. 624. Xo. 32 — 34.