Die Juden in Frankreich.
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größtentheils in den Händen der Inden, weil sie leichter mit ihrenGlaubensgenossen anderer Länder in Verbindung treten konnten, undweil sie weder durch die Fessel des Ritterdienstes und Wehrstandes,noch durch die Gebundenheit der Leibeigenschaft daran verhindert warenund gewissermaßen den Bürgerstand bildeten. Allein die Glinsthatte einen tieferen Grund. Sie galt nicht bloß den jüdischen Äanf-lenten und Handelstreibenden, sondern den Inden als solchen, den'Trägern einer geläuterten Gotteserkenntniß. Die Kaiserin Judith,Ludwigs zweite Gemahlin und allmächtige Beherrscherin seines Herzens,hatte eine besondere Borliebe für das Jndenthnm. Diese durch Schön-heit und Geist begabte Kaiserin, welche ihre Freunde nicht genug be-wundern, ihre Feinde nicht genug schmähen konnten, halte eine tiefeVerehrung für die Helden der israelitischen Vorzeit. Als der gelehrteAbt von Fulda Rhabanus Maurus ihre Gunst gewinnen wollte, kannteer kein wirksameres Mittel, als ihr seine Ausarbeitung der BücherEsther und Judith zu widmen und sie mit diesen beiden jüdischenHeldinnen zu vergleichend. Die Kaiserin und ihre Freunde, wahr-scheinlich auch der Kämmerer Bernhard, der eigentliche Regent desReiches, waren wegen Abstammung der Juden von den großenPatriarchen und Propheten Gönner derselben. Um derentwillen seiensie zu ehren, sprach diese" judenfreundliche Partei bei Hofe, und derKaiser sah sie ebenfalls in demselben Lichtes. Gebildete Christenerfrischten ihren Geist an den Schriften des jüdischen PhilosophenPhilo und des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus und lasen sielieber als die Evangelien^). Gebildete Edeldamen und Edelleute beiHofe sprachen es daher offen aus, sie wollten lieber einen Gesetzes-geber haben wie die Juden, d. h. daß ihnen Mose und das Juden-thnm erhabener erschienen als Jesus und das Christenthum. Sieließen sich daher von Inden den Segen ertheilen und sie für sich beten ^).
U Rhabanus Widmungsschreiben bei Uongnst rsonsil IV. p. 355.
2) Agobard das. x. 64: l?sntoies ünäs-sornin — illos — ls,stiüos.ntssps-tris-rolisrnnr sanss. bonorsneios ssss xuts.nt. — Hnoä oari sind (0nässt)vobis (iinxsrs.tori) proxtsr xstrisrobss.
°) Ubabsni sxtstols. o. 24: Lrsvttsr sinonsnänna xntsrnns, nt stisrnlibri äossxbns ob Ulnlo, bonatnss gniäsin äooti, ssä änässt irnpii sx-ststsrunt, gnts. sos nonnnllt nostrnna ntrnts s-rnrntrsri solssntst plus stisin gns.Ni ätvins.8 ltttsrss lsZsrs äilsotsnt.
Agobard das. <2uoä sxssllsntissiinss pörsonss osxig-nt sornrn(änässornm) orsttonss st bsnsätottonss st Is.tss.ntnr, tslsin ss lsAiss-notorsin lis.bsrs vslls, gnslsinipsi babsnt. Agobard verschweigtgeflissenilich die Namen der jüdischen Gönner, er will dem Kaiser gegenüberdie Kaiserin nicht anklagen.