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Geschichte der Juden.
in Funktion bleiben und Titel, wie Einnahmen theilen sollten. Nursollte Abraham den Vorzug genießen, bei allgemeinen Versammlungenden Vortrag halten zu dürfen.
Eines Tages trafen beide Schulhäupter von Pumbadita in Bagdadzu einer Huldigungsversammlung ein, wobei ein Vortrag gehalten znwerden pflegte. Die Hauptstadt des Chalifats hatte damals einezahlreiche jüdische Gemeinde*) und mehrere Synagogen, von denendie größte Bar-Naschala hieß. Bagdad, das näher zu Pumbaditaals zu Sura lag, gehörte zum Sprengel der Pumbaditanischen Hoch-schule, und deren Präsident genoß daselbst den Vortritt vor dem sura-nischen. Als der Vortrag beginnen sollte, und die Stimme des Aus-rufers laut verkündete: „Höret, was die Schulhäupter euch vortragenwerden!" brachen die Anwesenden aus der Nähe und Ferne in Klagenaus über die eingetreteue Zerrissenheit und Spaltung, die durch dieFunktion von zwei Schnlhäuptern für ein und dasselbe Lehrhaus sichgrell verkörpert zeigte. Das Weinen der Menge wirkte so erschütterndauf R' Joseph b. Chija, daß er aufstaud und öffentlich erklärte, erlege die Würde nieder und überlasse sie ausschließlich seinem Gegner.Für diesen hochherzigen Entschluß ertheilte ihm Mar-Abraham einenbeleidigenden Segen: „Der Himmel möge Dir Antheil am jenseitigenLeben verleihen!" ^j. Erst nach dessen Tod (828) wurde der edleR' Joseph wieder zum Gaon von Pumbadita ernannt (828—33).Nach seinem Tode kam wieder eine Unregelmäßigkeit in der Besetzungder erledigten Stelle vor. Der Exilarch David b. Jehuda übergingeinen Würdigern, R' Joseph b. Rabbi (R' Abba), der als Ober-richter die Anwartschaft hatte, um einen minder fähigen Greis, R' Isaakb. Chija zu ernennen. Beinahe wäre es wieder zu Reibungen ge-kommen, wenn nicht der ernannte Gaon Zuvorkommenheit gegen dengekränkten Joseph gezeigt hätte: „Gräme Dich nicht," sprach er zuihm,-„wir stehen zu einander im Verhältniß wie Rabba zu R'Joseph(iu der Amora-Zeit), und ich bin gewiß, daß Du mein Nachfolgerwirst." In der That wurde R' Joseph b. Rabbi nach dessen TodSchulhaupt von Pumbadita (833—42), ohne Anfechtungen zu erleiden.In der suranischen Hochschule wurden die Reibungen Anfangs bei-gelegt und R'Mose b. Jakob zum Gaon ernannt (827—37), welcherebenfalls der Geheimlehre zngethan gewesen sein und wunderthätigeKuren vollbracht haben sollest Aber nach dessen Tod entstanden
h Jbn-Giat Uslsoliot.
2 Scherira daselbst.
b) Häi Gaon in dessen Ls8xou8nru, mitgethsilt von Eleasar Tunensis inder Sammlung Tas.ru Llslrsnlru S. 56.