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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Mystik.

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Freude darüber empfunden und geäußert, wer sich täglich damit be-schäftigt, sei der jenseitigen Seligkeit gewiß.

Wie es keinen, noch so handgreiflichen Unsinn giebt, der nicht,mit Ernst und Nachdruck geltend gemacht, Liebhaber fände, so fandauch diese Geheimlehre, deren Mittelpunkt die grobsinnliche Auf-fassung Gottes bildet, einen Anhang. Die Adepten nannten sichMänner des Glaubens" (Uu'ale Dmunot auch Oalutija?). Sierühmten sich, Mittel zu besitzen, um einen Einblick in den göttlichenHaushalt haben zu können. Vermöge gewisser Beschwörungsformeln,Anrufungen von Gottes- und Engelnamen, Recitirens gewisser litanei-artigen Gesänge, verbunden mit Fasten und asketischer Lebensweise,seien sie im Stande, Uebermenschliches zu leisten. Die Besitzer derGeheimlehre wollten von den Heimlichkeiten Anderer genaue Kundehaben, die Schleichwege von Verbrechern, Mördern, Dieben, Ehe-brechern, Verleumdern, Alles, was sich ins Dunkel hüllt, kennen, alswenn sie Zeuge dessen gewesen wären. Sie rühmten sich, gleich denEssäern und andern Dunkelmännern ans der Jugendzeit des Christen-thums, Krankheiten durch Beschwörungen heilen, wilde Thiere bannen,das aufgeregte Meer beschwichtigen zu können. Sie bedienten sichdazu der Amulete und Kameen (Uawsot) und schrieben daraufGottes- oder Engelnamen mit gewissen Figuren; Wunderthätigkeitwar diesen Mystikern eine Kleinigkeit. Sie behaupteten, jeder Frommevermöchte Wunder zu thun, wenn er nur die rechten Mittel anwendete.Zu diesem Zwecke verfaßten sie eine Menge Schriften über theoretischeund praktische Geheimlehre, welche meistens platten Unsinn enthalten,zuweilen aber einen poetischen Schwung annehmen. Indessen gabdiese mystische Literatur nur Andeutungen. Den eigentlichen Schlüsselzum Einblick in die göttlichen Geheimnisse und zur Wunderthätigkeitüberlieferten die Adepten nur gewissen Personen, an deren Stirn-und Handlinien sie erkennen wollten, daß sie würdig dazu seien.

Der mystische Spuk trieb sein Wesen vorzüglich in Palästina, wodas eigentliche Talmndstudium darnieder lag. Nach und nach dranger auch in Babylonien ein. Das zeigte sich bei der Wahl einesOberhauptes für die pumbaditanische Hochschule (814 Z. Als Abumat

9 Schulhäupter waren »ach Huna Mar-Haler» und Bebat HaleviIn Pumbadita: In Sura:

Manasse b. Joseph ,788- 796), Hilai b. Mari (788-797),

Jeschaja b. Abba (796 798,, Jakob b, Mardochai (797 811),Joseph b. Schila (798804), Abumat b> Mardechai (811819).Mar-Kahana b. Chaninat (804810),

Abumat b. Abraham (810814).

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