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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Thron werfe sich täglich dreimal vor Gott nieder, bete ihn an undspreche:Laß Dich auf mich nieder, denn Deine Last ist mir süß!!!"Die Hallen bevölkert diese verkörpernde Theorie mit Myriaden vonEngeln, von denen einige mit Namen genannt werden, in willkürlicherZusammensetzung hebräischer Wörter mit fremdsprachlichen, barbarischenKlängen. Als höchsten Engel stellt sie aber einen mit Namen Meta-tor on auf und fabelt von ihm, nach dem Vorgänge christlicher undmohammedanischer Schriftsteller (Buch Enoch und Buch der Jubiläen),>es sei Enoch oder Henoch, ursprünglich Mensch, von Gott in denHimmel versetzt und in flammendes Feuer verwandelt worden. Mitsichtlichem Wohlgefallen verweilt diese Theorie bei der Schilderungdieser Ausgeburt einer krankhaften Phantasie. Sie entblödet sichnicht, ihn neben die Gottheit zu setzen und ihn den kleinen Gottzu nennen. Andererseits macht sie auch Metatoron zum Kinderlehrer,der die sündeulos verstorbenen oder kaum zur Geburt gelangten Kleinentäglich mehrere Stunden unterrichte. Er allein sei im Besitze allerGeheimnisse der Weisheit.

Diese aus mißverstandenen Agadas, jüdischen, christlichen undmohammedanischen Phantastereien zusammengesetzte Theorie hüllte sichin geheimnisvolles Dunkel und behauptete eine Offenbarung zu sein*).Um der Frage zu begegnen, woher sie denn diese, dem Judenthum,i>. h. der heiligen Schrift und dem Talmud hohnsprechende Weisheithabe, beruft sie sich auf eine himmlische Mittheiluug. R' Jsmael,der Hohepriestersohn, sei vermöge Beschwörungsformeln in den Himmelgekommen, sei gewürdigt worden, den göttlichen Haushalt zu schauen,habe mit denEngeln des Angesichtes" Unterredungen gepflogen, undder höchste Engel Metatoron habe, auf Gottes Geheiß, ihm die GestaltGottes mit den Maßbestimmungen und noch vieles Andere offenbart.Freilich seien die Engel neidisch darauf gewesen, daß ein Staub-geborener solcher tiefen göttlichen Geheimnisse gewürdigt werden sollte'aber Gott habe die Engel augefahren und ihnen bedeutet, daß erR' Jsmael und mit ihm seinem Volke diese Geheimnisse offenbarenwolle als Lohn für treues Ausharren in Leidenszeiten. Bald heißtes wieder, Mose habe schon bei seiner Himmelfahrt, um die Thorazu empfangen, dieselbe Lehre vernommen ebenfalls zum Neide derEngel er habe sie jedoch nur Einzelnen, nicht dem Volke mitgetheilt,und so sei sie in Vergessenheit gerathen. Als R' Jsmael diese Ge-heimlehre seinem Freunde R' Akiba mitgetheilt, habe dieser große

st Vergl. über diese Geheimlehre Frankel Monatsschrift Jahrgang 1859.S. 67 ff., 103 ff., 141 ff.