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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

zuerst die Strahlenbrechung des Lichtes*). Sein Sohn Abu-SahalAli (835 853) wird zu denen gezählt, welche die Arzneikunde ge-fördert haben, und war der Lehrer zweier medizinischen Autoritätenunter den Arabern, des Nazi und Anzarbi. Abu-Sahal Ali verließaber das Judenthum, ging zum Islam über und wurde Leibarzt undWürdenträger eines Chalifen.

Eifriger als Arzneikuude, Mathematik und Sternkunde wurdevon den Muselmännern die Religionswissenschaft, als eine Art Reli-gionsphilosophie (LalLm) betrieben. Sie wurde mit derselben Wichtig-keit wie die Staatsangelegenheiten behandelt, und übte auf die PolitikEinfluß. Die islamitische Religionsphilosophie verdankt ihren Ursprungder Dunkelheit, Zweideutigkeit und Ungereimtheit, welche ihrem Grund-buche, Koran, anhaften. Neben dem großen Gedanken:Gott isteinzig und hat keinen Genossen", finden sich darin ganz unwürdigeund plumpe Vorstellungen von Gott, wie sie nur in dem Kopfe einesSohnes der Wüste Platz greifen konnten, der keine Ahnung hatte, wieseine angeblichen Offenbarungen von Gott den Begriff der göttlichenErhabenheit aufheben. Indem die Ausleger des Koran diese Wider-sprüche ausgleichen wollten, kamen sie auf Gedanken, die weit überden beschränkten Gesichtskreis des Islam hinausgingen. MancheAusleger (Mutakallimun) geriethen durch vernunftgemäße Deutung inWiderstreit mit den Buchstabengläubigen und wurden von diesen ver-ketzert. Waßil Jbn-Ata (750) und seine Schule (die Mutazila,d. h. die abgesonderte, verketzerte) begründeten eine vernunftgemäßeTheologie. Die Mutaziliten betonten scharf die Gotteseinheit undwollten jede bestimmte Eigenschaft von Gott entfernt wissen, weil dasgöttliche Wesen dadurch getheilt und vielfältig erschiene, und man mitder Annahme derselben mehrere Wesen (Personen) in Gott -setzte. Siebehaupteten ferner die menschliche Willensfreiheit (Laäar), weil die un-bedingte Vorherbestimmung Gottes, die der orientalische Geist voraus-setzt und der Koran bestätigt, mit der göttlichen Gerechtigkeit die Gutenzu belohnen und die Bösen zu bestrafen, unverträglich sei. Solcheund andere Lehrmeinungen stellten die mutazilitischen Religionsphilo-sophen auf. Sie glaubten aber, obwohl sie weit über den Koranhinausgingen, noch immer auf dessen Boden zu stehen, und umihre Lehre mit den plumpen Aussprüchen ihres Religiousbuches inEinklang zu bringen, wendeten sie dieselbe Methode an, welche diejüdisch-alexandrinischen Religionsphilosophen (B. III. ^ 339) gebrauchten,

') Wüstenfeld, Geschichte der arabischen Aerzte und Naturforscher S. 2V;vergl. Wenrich äs auotoruru Arasaorum vsrsionibus p. 228.