Aufblühen der Wissenschaft im Chalifate.
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gang der ismaelitischen Herrschaft und die Nähe des messianischenReiches. „Zwei Brüder werden über die Jsmaeliten (Mohammedaner)am Ende herrschen; in dieser Zeit wird der Sproß David's aufblühen,und in den Tagen dieser Könige wird der Herr des Himmels einReich erstehen lassen, das nimmermehr untergehen wird." „Gottwird vertilgen die Söhne Esan's (Byzanz), Israels Feinde, und auchdie Söhne Jsmaels, seine Widersacher." Indessen war diese Erwar-tung, wie viele andere, trügerisch. Der Bruderkrieg hatte wohl dasChalifat erschüttert, aber nicht aufgelöst. Alemin wurde getödtet, undAlmamun wurde Alleinherrscher des ausgedehnten Reiches.
In Almamun's Regierungszeit (813—833) fällt die Kulturblüthedes morgenländischen Chalifats. Da er einer freien religiösen Rich-tung huldigte und die mohammedanische Stockorthodoxie verfolgte, sokonnten sich die Wissenschaften und eine Art Philosophie entwickeln.Bagdad, Kairuan in Nordafrika und Merw in Chorasan wurdenMittelpunkte für die Wissenschaft, in allerlei Fächern, wie sie Europaerst viele Jahrhunderte später besaß. Der griechische Geist feierteseine Auferstehung in arabischer Hülle. Staatsmänner rangen um diePalme der Gelehrsamkeit mit den Männern der Muße und Zurück-gezogenheit. Die Juden blieben nicht unberührt von dieser Schwär-merei für die Wissenschaft. Ist doch Forschen und Grübeln ihreinnerste Natur. Sie nahmen redlichen Antheil an dem geistigenStreben, und manche ihrer Leistungen fand bei den Arabern Aner-kennung. Die Geschichte der arabischen Kultur hat manchen jüdischenNamen in ihren Annalen ausgezeichnet. Wenn es auch zweifelhaftist, ob Maschallah b. Atari, der die Astronomie und Astrologieangebaut, und Jakob Jbn-Scheara^), der zuerst mathematischeSchriften aus Indien nach dem Chalifat gebracht und übersetzt hat,wenn es auch zweifelhaft ist, ob diese Männer dem Judenthume an-gehört haben, so gehörte ihm jedenfalls Sahal Al-Tabari^) an, derunter den Arabern einen klangvollen Namen hat. Sahal mit demBeinamen Rabban (der Rabbanite, Talmudkundige) aus Tabaristan(am Kaspisee, um 800) wird als Arzt und Mathematiker gerühmt,übersetzte den Almagest des griechischen Astronomen Ptolomäus, dasGrundbuch für Sternkunde im Mittelalter, ins Arabische und erkannte
R' Xlisssr s. 32, 43, 48. (Vergl. Zeitschrift der Deutsch-Morgenland. Gesell-schaft B. XXVIII. S. 645 und hebr. Bibliographie B. XVII. S. 10. (H.)j*) Mohammed b. Jshak in d. Ztschr. d. deutsch.-morgen!. Gesellsch. 1857.S. 630- Jbn-Esra bei äs Rosst rnanusviipti Ooäloss llsdraiot ooäsx 212.2) Vergl. Berliners Magazin 18^0 S. 102; Rsvus äss j. V. x.,2I4.