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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

kennen, daß es eine Milde und ein Abweichen von der Kirchensatzungwar, wenn die Juden überhaupt zum Eide gegen Christen zugelassenwurden.

Im Morgenlande wurden die Inden im Anfänge des neuntenJahrhunderts ebenfalls auf unangenehme Weise erinnert, daß sie auchvon den besten Herrschern Zurücksetzung und Leiden zu gewärtigenhaben. Die Regierungszeit der abbassidischen Chalifen Harun Arraschidund seiner Sohne wird als die Blüthezeit des morgenländischen Cha-lifats betrachtet. Und gerade aus dieser Zeit wurden von jüdischerSeite Klagen über Bedrückung laut. Möglich, daß Harun, als ergegen die Christen das Omar'sche Gesetz (o. S. 112) erneuerte (80I)es auch auf die Juden angewendet hat, daß sie einen auszeichnendenFleck von gelber Farbe an ihrem Anzuge, wie die Christen eine blaueFarbe, tragen, und daß sie sich statt des Gürtels einer Schnur be-dienen sollten *). Nach seinem Tode (809), als seine zwei SöhneMohammed Alemin und Abdallah Almamun, für die der Vaterdas Chalifat in zwei Theile getheilt hatte, einen verheerenden Bürger-krieg im ganzen Gebiet des großen Reiches gegen einander entzündeten,wurden die Juden namentlich in Palästina schwer heimgesucht. Siehatten aber die Christen zu Leidensgenossen. Raub und Metzeleienwaren in den vier Jahren des Bruderzwistes (809 bis 813) an derTagesordnung. Die Leiden müssen so bedeutend gewesen sein, daßsie ein Agadist jener Zeit aus der Volksstimmung heraus als Vor-zeichen für die baldige Ankunft des Messias ausgegeben hat.Israelkann nur durch Büßfertigkeit erlöst werden, und die wahre Buße kannnur durch Leiden, Drangsal, Wanderung und Nahrungslosigkeit ge-fördert werden," so tröstete dieser Redner die betrübte Gemeinde. Indem Bruderkriege zwischen den beiden Chalifen 2 - sah er den Unter-

9 Weil: Chalisengeschichte II. 162, Note 1 nach Jbn-Khaldun und Jbn-Alathir.

9 Ich habe in Frankens Monatsschrift, Jahrg. 1859, S. 112, darauf auf-merksam gemacht, daß das agadisch-mystische Werk D.irks ckt L' Llisssrauf die Herrschaft der zwei Brüder im Chalifat anspielt (e. 30) und in dieserZeit verfaßt wurde, was nicht ausschließt, daß ältere Agadas darin ausgenommenwurden. In demselben Kapitel wird auch die arabische Sage von Abraham'sBesuch bei Jsmael mitgelheilt, und Jsmaels Frauen, welche die arabischenQuellen bei Tabari und Anderen 'Wala, und Lujjiils, heißen, werden imDirks äi R' Dllsssr die eine OK aäi (vw'ip), wie Mohammed's erste Frau,die andere Durtvas. (n 2 ' 2 r), wie dessen Lieblingstochter genannt. Aus D. ä.D' Dlisssr ist die Sage in TarZuva Pseudojonathan übergegangen. In dem-selben Kapitel wird auch auf die Land- und Seekriege Raschid's gegen Byzanzangespielt. Vergl. damit Weil a. a. O. S. 156, und Theophanes Chrono-graphie I- 714 fs. Jsrael's Leiden in dieser Zeit werden erwähnt D. ä.