Ansiedelung der Juden in Deutschland.
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Sohn Mose und seinen Neffen nach Mainz (787*), sicherlich in derAbsicht, der Unwissenheit der deutschen Juden zu steuern. Die SöhneJakob's in Germanien haben sich wie die Söhne Teut's am spätestenvon der Barbarei losgemacht. Deutschland, dem jetzt die gebildeteWelt neidlos die Palme der Wissenschaft reicht, war noch zu Karl'sZeit der Sitz dumpfer Unwissenheit, nicht blos der Norden, wo diereckenhaften Sachsen unter Wittekind hausten, sondern auch die Mittel-rheingegend, welche mit dem Frankenreiche in Verbindung stand.
Die erste Einwanderung der Juden in Deutschland ist in un-durchdringliches Dunkel gehüllt. Wollte man der Sage Glaubenschenken, so hätten sich bereits Juden in Worms niedergelassen, alsDeutschland noch mit Urwald und Sümpfen bedeckt war, und wildeBären die einzigen Herren im Laude waren. Nicht lange nach Josua'sEroberung, so erzählt die Sage, als der Stamm Benjamin wegender Unthat an der Frau zu Gibea von den übrigen Stämmen beinaheaufgerieben worden war, seien tausend Beujamiten, um dem Blutbadezu entgehen, geradeswegs nach Deutschland ausgewandert und hätteneine Gemeinde zu Worms gegründet"). — Dergleichen Erfindungen,um das Alter der Gemeinden hoch hinaufzurücken, waren übrigensnicht von der Eitelkeit, sondern vom Selbsterhaltungstrieb eingegeben.Als man die Juden Deutschlands für die Verurtheilung Jesu ver-antwortlich machte und sie als Gottesmörder zu Tausenden hinschlachtete,mußten sie auf Mittel sinnen, sich von dieser unsinnigen Anklage los-zumachen, und sie machten geltend, sie seien lange, lange vor Jesu
*) Die Verpflanzung der Luccenser Familie nach Mainz setzt Josua Kohen(Hrnslr Ira-Ls-olls, 13) ausdrücklich unter Karl den Großen. Nach Carmoly(Annalen Jahrg. 1839, S. 222) soll ein handschriftlicher Machsor-Commentardieses Faktum ins Jahr 719 nach der Zerstörung — 787 chr. Z. setzen. Jeden-falls ist das Datum bei Sal. Luria (Rssxonsa Ho. 29) 849 der Zerstörungeine Corruptel. Die meisten Schriftsteller nennen übrigens Kalony mos vonLucca und nicht R' Mose als das Haupt der Auswanderer. Vergl. 8. v.lm 22 s,ifto: il dirräslsrno illnotrato p. 30 ff. Die Genealogie der Kulony-miden aufstellen, womit sich dis Herrn Rapaport und Zunz geplagt haben, heißtden Sisyphusstein wälzen. Es hat so viele jüdische Gelehrte mit NamenKalonymos in Deutschland, Italien und Südfrankreich gegeben, daß die Re-gistrirung derselben und ihrer Nachkommen eine Unmöglichkeit und zugleich eineganz nutzlose Arbeit ist; vergl. Saige, Groß, Monatsschrift, Jahrg. 1878,S. 249; Nsvus äss üt. j. VII. S. 154 .111211 1 'P 2 — '-ML'.-; 1 NN 2 '1 N 12 N rii'->
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2 ) D. Kimchi zu Richter 20, 15 im Namen eines „Midrasch". In unfernAusgaben heißt es zwar, die Beujamiten seien nach Romania ausgewandert.Jechiel Heilperin (8säsr fta-vorot) las indeß „nach Deutschland und derStadt Worms".