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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Das Chazaren-Reich.

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seinem Gesetzbuche gerichtet. Das Chazarenreich, vom jüdischen Geistedurchweht, hätte ein Muster der Duldsamkeit für Christen und Moham-medaner zu seiner Zeit und noch ein Jahrtausend später abgebenkönnen. Die auswärtigen Juden hatten Anfangs keine Ahnungvon der Bekehrung eines mächtigen Königreiches zum Judenthume,und als ihnen ein dunkeles Gerücht darüber zukam, glaubten sie,Chazarien sei von den Ueberbleibseln der ehemaligen Zehnstämmebevölkert. Die Sage erzählte: Weit, weit hinter den finsteren Bergen,der kimmerischen Finsterniß des Kaukasus, wohnen wahre Gottes-verehrer, heilige Männer, Nachkommen Abraham's von den StämmenSimeon und Halbmanasse, die so mächtig seien, daß ihnen fünfund-zwanzig Völkerschaften Tribut zahlen Z.

Um dieselbe Zeit, in der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts,treten auch die Juden Europas ein wenig aus dem Dunkel heraus,das sie seit Jahrhunderten bedeckte. Von den Machthabern begünstigt,wenigstens nicht gemißhandelt und verfolgt, erhoben sie sich zu einergewissen Höhe der Kultur. Karl der Große, der Gründer des frän-kischen Kaiserthums, dem Europa die Neugeburt und die theilweise Be-freiung von der Barbarei verdankt, hat auch die geistige und gesell-schaftliche Erhebung der Juden in Frankreich und Deutschland gefördert.Nach langen Jahrhunderten von Niedrigkeit und Mittelmäßigkeit sahdie Menschheit wieder einen echten Helden entstehen mit dem Geprägedes Genies, der nicht blos mit Waffen zu siegen, sondern auch Saatender Kultur und Gesittung auszustreuen verstand. Durch die Schöpfungdes deutsch-fränkischen Reiches, das sich vom Ocean bis jenseit derElbe und vom Mittelmeere bis zur Nordsee erstreckte, verlegte Karlden Mittelpunkt der Geschichte nach West-Europa, der bis dahin inConstantinopel an der Grenze von Ost-Europa und Asien gewesenwar. Obwohl Karl Schutzherr der Kirche war und die Suprematiedes Papstthums begründen half, und obwohl der zeitgenössische PapstHadrian nichts weniger als judenfreundlich war und die spanischenBischöfe wiederholentlich ermahnte, die Christen von der Gemeinschaftmit Juden nnd Heiden (Arabern) fern zu Haltens, so war Karl's

h Eldad der Danite vergl. Note 19, NarZuna zu Chronik I. 5, 26, wovon denfinstern Bergen" 'iiv die Rede ist, dem Aufenthalt von dritthalbStämmen, Josippon (Pseudojosephus) e. 10. Die zwei Ansichten, die richtige,daß die Chazaren Proselyten, und die fabelhafte, daß sie Abkömmlingeder Zehnstämme waren, finden sich zusammengestellt in dem Büchlein Lobssritlorasl o. 9.

2) Nnratori rorurn ibalios.ruiu soripborss D. III. 2, p. 240, 277Klansi oonoilia 1. XII. 784, 814.