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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

drang es auch in's Volk ein, so daß die meisten Städtebewohner desChazarenreiches Juden waren, das Militär bestand aber aus moham-medanischen Söldlingen i). Es gab aber auch Vasallenkönige in demgroßen Gebiete, das dem Chagan unterworfen war, und auch vondiesen nahmen Wohl einige die Religion ihres Gebieters an. Wenigstenswird das von dem Könige des Landstriches Semenderfl an derWestküste des Kaspisee's (setzt Tarki) erzählt. In der ersten Zeitmag das Judenthum der Chazaren oberflächlich genug ausgesehen undwenig auf Aenderung des Sinnes und der Sitte eingewirkt haben.Erst ein späterer Nachfolger Bulan's, der den hebräischen NamenObadjah führte, machte mit dem jüdischen Bekenntnisse Ernstfl. Erlud jüdische Gelehrte in sein Reich ein, belohnte sie königlich, gründeteBethäuser und Lehrstätten, ließ sich und sein Volk in Bibel undTalmud unterrichten und führte den Gottesdienst nach dem Musterder alten Gemeinden ein^). So viel Einfluß gewann das Judenthumauf die Gemüther dieses unkultivirten Volksstammes, daß währenddie heidnisch gebliebenen Chazaren ihre Kinder ohne Gewissensbisse zuSklaven verkauften, die jüdischen diese Unsitte eingestellt Habens.Nach Obadjah regierte noch eine lange Reihe von jüdischen Chagancn;denn nach einem Staatsgrundgesetz dursten nur jüdische Herrscher denThron besteigen 0). Weder Obadjah, noch seine Nachfolger warenunduldsam gegen die nichtjüdische Bevölkerung des Landes, diesewurde im Gegentheil auf dem Fuße vollständiger Gleickheit behandelt.Es gab einen obersten Gerichtshof, bestehend ans sieben Richtern,zwei Juden für die jüdische Bevölkerung, eben so viel mohammedanischeund christliche für ihre Religionsgenossen und einen heidnischen fürdie Russen und Bulgaren I. Jeder Religiousbekenuer wurde nach

fl Ibn - Uosräan bei Frähn äs diuLuris x. 484. Nach Dimeschki warensämmtliche Chazaren Juden, daselbst 597: ObsLari st rsx sornna onanssllnäasi. Eine andere Nachricht daselbst lautet: Olls-Wri äuabus natlorndnsoon8titnn.ntnr, wilitibus soiliest, gut vaolluininstani, st eivibas, gnillnäasi sunt.

2 ) Das. S. 615 und 617 nach Jbn-Haukal. Wenn bei mohammedanischenSchriftstellern vom Uebertritt der Chazaren zum Islam erzählt wird, wie z. B.Jbn-Alathir vom Jahre 254 d. Hegira 868, so gilt das nicht vom Haupt-reiche, sondern von Vasalienländern und ihren Königen.

o) Ueber den Rabbinismus der Chazaren vergl. Harkavy, Monatsschrift1882, S. 171.

fl Brief des Chazarenkönigs.

fl Jbn-Haukal (oder Jstakhri) bei Ousley.

fl Das.

fl Massudi, Jstakhri und Jbn-Foßlan sprechen von neun Mitgliedern desGerichtshofes.