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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Chazaren.

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Peg entschlossen, das Judenthum öffentlich zu bekennen. Der Chalife,sowie der byzantinische Kaiser batten aber gewünscht, den Chagan derChazaren für die Annahme ihres Bekenntnisses zu bewegen und zudiesem Zwecke hätten sie Abgeordnete mit Schreiben und reichen Ge-schenken, begleitet von Religionskundigen, an Bulan geschickt. Dieserhabe hierauf einen Religionsdisput unter seinen Augen veranstaltetzwischen dem byzantinischen Geistlichen, dem mohammedanischen Reli-gionsweisen und einem jüdischen Gelehrten. Die Vertreter der dreiReligionen hätten aber lange bin und her disputirt, ohne einanderoder den Chagan von der Vortrefflichkeit der einen Religion gegendie andere zu überzeugen. Da aber Bulan gemerkt, daß der Vertreterder Christusreligion und des Islam beide sich auf das Judenthumals auf den Ausgangspunkt und Grund ihres Glaubens beriefen, sohabe er den christlichen Gesandten unter vier Augen gefragt, ob er demIslam den Vorzug gebe. Und als dieser das Judenthum auf Kostender Religion Mohammed's sehr hoch gestellt, habe Bulan dasselbeMittel auch bei dem mohammedanischen Weisen angewendet, um ihmdas Geständniß abzulocken, daß das Judenthum unendlich höher steheals das Christenthum. Darauf habe Bulan den Gesandten desChalifen und des Kaisers erklärt: da er aus dem Munde der Gegnerdes Judenthums das unparteiische Geständniß von dessen Vorzüglichkeitvernommen, so bleibe er bei dem Vorsatze, das Judenthum als seineReligion zu bekennen. Er habe darauf sich der Beschneidung unter-worfen Z. Der jüdische Weise, der bei der Bekehrung Bulan's thätigwar, soll Isaak Sang'ari oder Sing'ari^) gewesen sein.

Die Umstände, unter welchen der Chagan das Judenthum an-genommen hat, mögen sagenhaft ausgeschmückt sein, aber die Thatsacheist von vielen Seiten zu bestimmt bezeugt, als daß sie bezweifeltwerden könnte. Mit Bulan bekannten sich auch die Großen des Reiches,ungefähr viertausend an der Zahl, zum Judenthume. Nach und nach

Iiistoriguss äs 8t. ikstsrsborrrA', sörls VII. Jahrg. 1844, S. 445 f.) indas Jahr 731. Das stimmt mit Jehuda Halevi's Angabe, daß die Bekehrungder Chazaren zum Judenthume ungefähr vier Jahrhunderte vor Abfassungseines Werkes 1140, also um 740 stattgefunden hat.

*) Briefe des Chazarenkönizs an Chasdai Jbn»Schaprut. Aehnliches er-zählt Al-Bekri, mitgetheilt von Dufrsmery im llourrml asiatigus a. a. O.

ch Wird zuerst von Nachmani (oolloguiurn. äsllinsk S. 14) genannt.Der angebliche Grabstein des Isaak Sangari, der in Tschuft-Kalee in derKrimm mit einem dunkeln Datum gefunden worden sein soll, wodurch behauptetwird, die Chazaren hätten sich zum Karäismus bekannt, ist gründlich alsunecht und gefälscht nachgewiesen worden von Rapaport: Lsrsva ObsrnsäV. p. 197 f.

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