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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Gegner: in Folge reicher Geldgeschenke und er habe ihm gestattet,mit seinen Anhängern nach Palästina auszuwandern *).

Unter allen diesen zweifelhaften Angaben ist nur das Eine gewiß,daß Anan genöthigt war, sein Vaterland zu verlassen, und daß ersich in Palästina ansiedelte-). In Jerusalem baute er eine eigeneSynagoge, die sich bis zu den Zeiten des ersten Kreuzzuges erhaltenhat. Es ist ebenfalls sicher, daß Anan in Folge der kränkendenZurücksetzung, die er von den Gaonen erfahren hat, über das Gaonaterbittert war und diese Erbitterung ans den Talmud, kraft dessenjenes seine Bedeutung hatte, übertragen hat. Anan zeigte nämlicheine ingrimmige Feindseligkeit gegen den Talmud und dessen Träger.Er soll geäußert haben: Er wünschte, daß sämmtliche Talmud-anhänger sich in seinem Leibe befänden, so würde er sich entleiben,damit sie mit ihm stürben ^). Er fand am Talmud alles verwerflichund wollte das religiöse Leben wieder an die Bibel anknüpfen. Erwarf den Talmudisten vor, sie hätten das Judenthum gefälscht undnicht nur Vieles zur Thora hinzugefügt, sondern noch mehr davonanfgegeben, indem sie Manches für nicht mehr verbindlich erklärten,was nach dem Wortlaut der Schrift für alle Zeiten Geltung habensoll. Anan's Grundsatz war:Suchet fleißig in der Schrift." Möglich,daß Anan auf diese Feindseligkeit gegen die Tradition infolge derParteiungen in der mohammedanischen Welt gekommen ist. Hierkämpfte die Partei, welche neben dem Koran auch die Ueberlieferungfür nothwendig hielt (Sumte») gegen eine andere, welche die letztereverwarf und das Wort des Koran allein als Norm anerkannte (Schiiten).Nach dem Beispiel der Letzteren verwarf auch Anan die im Talmudgegebene Tradition. Von diesem Zurückgehen auf die Schrift (ßlikrä)verhielt das Religionssystem, das er aufrichtete, den Namen Schrift-bekenntniß oder Karäerthum^. Seine Ansichten über diereligiösen Gebote und Verbote legte Anan in drei Schriften nieder.Er verfaßte nämlich einen Commentar zum Pentateuch gewiß dasallererste Erzeugniß dieser Art ferner ein Compendium über diereligiösen Pflichten und eine Schrift unter dem Titel Fadhalkah,die ersten zwei im talmudischen Idiome, das dritte wohl arabisch.

') Eliah b. Abraham Misrachi bei Pinsker lnkubs LaLmoniob Beilage 103und bei Lirnebs. Imokt Oraoll 2s.ä1bäiia. Iva.

°y Daß Jerusalem Stammsitz des Karäismus war, ergiebt sich aus den An-gaben von Nissi b. Noach und Salomon b. Jerucham, und auch die falscheCorrectur eines alten Kopisten des LIsZitlat Taanib spricht dafür, das,er dieAkra (Burg Zion) erklärt mit: Ort der Karäer'y Vergl. Note 12, 3, Anmerkung 1.

Z lieber die Karäer verg>. Ersch, Encpclopädie B. 33, S. II ff. (H.)