Anan.
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sondern im fernen Osten gelebt und erst zur Zeit der Wahl nachBagdad gekommen seinZ. Doch geben auch die Gegner zu, daß Anansehr gelehrt im Talmud war, wie er auch sich des lalmudischen Stilesmit Gewandtheit bediente. Ebenso gewiß ist es, daß der Exilarchen-sohn manchen Bestimmungen des Talmud keine religiöse Autoritäteingeräumt hat, und daß seine talmudfeindliche Gesinnung jedenfallsden Vertretern der beiden Hochschulen, welche die Exilarchenwahlleiteten, bekannt gewesen sein muß. Zwei Brüder fungirten damalszu gleicher Zeit als Gaonen, Söhne Nachmaus: R' Jehudal, derBlinde, in Sura (fungirte 759 — 62) und R' Duda'i in Pumbadita(761—64). Diese beiden Brüder mit ihren Collegien vereinigten sichnun, Anan von der Nachfolge in der Exilarchenwürde auszuschließen,und an seiner Stelle seinen jüngeren Bruder Chananja (oder Achtmal?)zu wählen. Aber Anan stand nicht allein. Er hatte Freunde, wiejeder Hochgestellte. Vermöge seiner Anwartschaft auf ein Fürstenthum,dem mindestens sämmtliche jüdische Gemeinden des Morgenlandes unter-worfen waren, mochte er manchen Ehrgeizigen, Gewinnsüchtigen undSchmarotzer angezogen haben. Er hatte aber auch Anhänger an denen,welche mehr oder minder offen im talmudischen Judenthum nicht daswahre erblickten und in Anan einen mächtigen Vorkämpfer begrüßten.Drei seiner Gesinnungsgenossen hat die Tradition namhaft gemacht,welche vielleicht gar Mitglieder des gaonäischen Collegiums waren:R' Ephraim, R'Elisa und R'Chanuka"). Die ananitische Parteiließ es nicht an Anstrengungen fehlen, seine Wahl bei dem damaligenChalifen Abugafar Almansur durchzusetzen, der ihm sehr gewogengewesen sein soll. Allein die Gegenpartei obsiegte. Sie soll ihm nachdem Leben getrackitet und ihn beschuldigt haben, daß er auf Empörunggegen den Chalifen sinne. Möglich daß Almansur, der im Anfängeseiner Regierung die bewaffnete Schaar des Abu-°Jsa zu bekämpfenhatte, der Besorgniß Raum gegeben hat, Anan werde dieselbe Rolleunter denselben Stichwörtern fortsetzen. Der Chalife soll ihn hieraufin einen Kerker geworfen haben. In demselben befand sich, wie dieSage erzählt, ein Mohammedaner, und beide sollten gehängt werden.Sein mohammedanischer Leidensgenosse habe ihm aber gerathen, demChalifen zu erklären, er gehöre einer andern Sekte an als sein BruderChananja- Darauf habe ihn Almansur wieder in Freiheit gesetzt —die Anhänger sagen: weil er Gunst vor demselben gefunden, die
*) Das. Vergl. über Anan, die Entstehung des Karäismus und Anan'sDoctrin Note 12, 2, 3 und Note 17.
2) Gedächtnißtafel im karäischen Gebotbuche und Katalog der karäischeirAutoritäten.