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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

am Gesetz und das Ausspinnen des Religiös-Gesetzlichen bis in diefeinsten Fäden. Der Talmud war das Produkt dieser gegensätzlichenBewegung; er war die allein herrschende Autorität innerhalb desJudenthums geworden und hatte die Bibel aus dem Volksbewußtseinverdrängt. Die Erleuchtung des Geistes, die Erwärmung des Ge-müthes, der zugleich innig-religiöse und poetische Hauch, welche denheiligen Urkunden entströmen, waren den Gemeinden und den Haupt-vertretern abhanden gekommen. Das Talmudstudium selbst, das inder Zeit der Amoräer erfrischend und erhellend gewirkt hatte, warin der Epoche der Saburäer und im ersten, gaonäischen Jahrhundertzur trockenen Gedächtnißsache herabgesunken und ermangelte der geistigenBefruchtungsfühigkeit. Es fehlte der scharfe Luftzug, welcher die ver-schlossenen dumpfen Räume durchwehen sollte. Der Widerspruch gegenden Talmud, welcher von den zwei messianischen Verkündern, Sereneund Abu-'Jsa als Stichwort ausgegeben wurde, hinterließ keinetiefe Spuren, theils weil die Bewegung mit messianisch-schwärmerischemBeisatze behaftet war und nur Enttäuschung zurückließ, und theilsweil sie von unbekannten Persönlichkeiten ohne Gewicht und Autoritätausgegangen war. Sollte die Einseitigkeit überwunden, die Bibelwieder in ihre Rechte eingesetzt und das religiöse Leben wieder ver-geistigt werden, so mußte die gegensätzliche Richtung, die bis dahinnur in winzigen Kreisen herrschte, von einer nüchternen, mit einemofficiellen Charakter bekleideten Persönlichkeit getragen, in größereKreise eingeführt werden. Nur wenn die Bewegung nicht in einementlegenen Winkel, sondern in dem Mittelpunkte des damaligen jüdischenLebens vorginge, konnte sie in die Massen dringen und wiedergebärendwirken. Eine solche Bewegung ging von einem Sohne des Exilsfürstenaus dem Bostanalffchen Hause aus und hatte darum eine nachhaltigeWirkung.

Der Exilarch Salomo war, wie es scheint, kinderlos gestorbenil (761 62), und die Würde sollte auf dessen Neffen Anan b. Davidübergehen. Die Biographie dieses so tief in die jüdische Geschichteeingreifenden Mannes, dessen Anhänger sich bis auf den heutigen Tagerhalten haben, ist vollständig unbekannt und durch die später eingetreteneParteiung völlig entstellt. Während ihn seine Jünger als einenfrommen und heiligen Mann verehren, der,wenn er zur Zeit desTempelbestandes gelebt hätte, der Gabe des Propheten gewürdigtworden wäre" Z, können ihn seine Gegner nicht genug herabsetzenAnan soll, nach einer- unverbürgten Nachricht, nicht in Babylonien,

'>) Ns-Krirä bei 8. äs 8s.o^, Obrsstoraatbis arabs 1^ 30l (2. säibion).