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Geschichte der Juden.
wirkte auch auf die Juden und lehrte sie, sich einer korrekten Sprachezu bedienen. In den sechs Jahrhunderten seit dem Untergang derjüdischen Nation hatten die Juden den Sinn für Schönheit und Anmuthim Ausdrucke verlernt, sie waren nachlässig in ihrer Sprache, unbekümmertum reine Formen und gleichgültig, die Gedanken und Empfindungenin eine ansprechende Hülle zu kleiden. Ein Volk mit einer lallendenSprache, das ein Gemisch von Hebräisch, Chaldäisch und verdorbenemGriechisch redete, war nicht im Stande, eine Literatur zu erzeugen,und noch weniger die verwöhnte Muse der Poesie zu fesseln. EineAusnahme hatten, wie bereits erzählt, die Inden in Arabien gemacht.Sie hatten von ihren Nachbarn Geschmack und die Kunst gelernt, dieRede gefällig und eindringlich zu gestalten. Die jüdischen StämmeKainukaa und Nadhir, welche nach Palästina und Syrien ausgewandert,die Juden von Chaibar und Wadil'-Kora, welche in die Gegend vonKufa und in den Mittelpunkt des Gaonats verpflanzt worden waren(2. 99, 108), brachten Geschmack und Liebe für die poetischearabische Sprache in ihre neue Heimath mit und flößten sie ihrenGlaubensbrüdern ein. Kaum ein halbes Jahrhundert nach der Besitz-nahme der Araber von Palästina und den persischen Ländern verstandes ein babylonischer Jude bereits, die arabische Sprache schriftstellerischzu handhaben. Der jüdische Arzt Messer-G'awaih aus Baßraübersetzte eine medizinische Schrift, die Pandekten des Presbyters Ahron,aus dem Syrischen ins Arabische (um 683 Fortan waren die Judengleich den syrischen Christen die Vermittler der wissenschaftlichen Literaturfür die Araber. Auch auf andere Künste verlegten sich die Juden imislamitischen Reiche, da die Araber im ersten Jahrhundert nur demKriegshandwerke, dem Koranlesen, der Dichtkunst oder dem Genüsseergeben waren und anderweitige edle Thätigkeit den Ungläubigen, d. h.den Juden und Christen, überließen. Ein Jude Sumair Prägte fürden Chalifen Abd'ul-Malik die ersten mohammedanischen Münzen niitLegenden aus dem Koran (69b ^).
Die Begeisterung der Araber für ihre Sprache und den Koranweckte auch im Herzen der Juden dasselbe Gefühl für die hebräischeSprache und ihre heiligen Urkunden. Ohnehin waren die Juden jetztdarauf angewiesen, sich mehr mit der heiligen Schrift vertraut zu
9 Iba-Ll'olA'ol bei Xbultai-ag' lüstoris. O^uastiarum sä. Uoeoeks 148und Ibu-H>u-Oss.ibia, Oasiri dtkliotüsoa XradieL-dispans. I. 175. Wüsten-selv, Geschichte der arabischen Aerzte S. 9; hebr. Bibliogr. IV, S. 20—21; LoebMagazin VII, S. 101.
2) Repositorium für hebräische und morgenländische Literatur IX. S. 216,226 Note.