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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Juden in Spanien.

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Gelegentlich wiederholte der Metropolitan von Toledo alle dieBeweise der Kirchenväter, daß das Judenthum ohne Tempel nichtbestehen könne und redete die Inden pathetisch an:Wo ist also dasLand der Verheißung, in welchem ihr gesündigt habet und aus welchemihr verbannt seid? Suchst Du das Reich der Juden? Es giebt keines.Suchst du den Altar der Juden? Es giebt keinen. Suchst Du dasPriesterthum der Juden? Es giebt keines." Dagegen herrsche Christusüberall. Und wenn es auch an einigen Punkten Ungläubige gebe, soentgehen auch sie nicht der Herrschaft des Christenthums, da sie vonsolchen Fürsten unterjocht worden, in deren Herzen Christus wohne ^).In der Herrschaft und der Unterjochung Anderer suchte das damaligeChristenthum die Bewahrheitung seiner Sendung, und weil das Juden-thum damals in Knechtsgestalt umherwandelte, verkannten Kirchenlehrerund Völker seine innere Größe. Wenn auch Julian officiell alsKirchenfürst und Präsident der parlamentarischen Kirchenversammlungein Feind der Juden war, so hatte er doch im Privatleben keine Ab-neigung gegen seine ehemaligen Glaubensgenossen. Er hatte in seinerUmgebung einen Juden mit Namen Restitutus, mit dem er Umgangpflog. Durch ihn überschickte Julian seine Schrift, überdas zukünftigeLeben", seinem Amtsgenossen, dem Bischof Jdalus von Barcelona.Dieser, ein einfältiger Fanatiker, war aber nicht wenig erstaunt darüber,daß ein Jude der Ueberbringer eines heiligen Buches von einer soanerkannten, orthodoxen Autorität sein sollte, und er drückte seine Ver-wunderung in einem Schreiben an Julian aus (687), wie er einegeistliche Schrift einem ungläubigen und gottlosen Juden anvertrauenkonnte; er habe das betrachtet, als wenn ein Thier ein Lichtträger wäre").

Schlimmer noch erging es den westgothisch-spanischen Juden unterErwig's Nachfolger. Egica war ein Schwiegersohn Erwig's, und vonihm zum Nachfolger ernannt, damit seine Nachkommen vor Verfolgunggesichert seien. Aber der neue König, der Wamba's Verwandter war,dachte nicht an den Eid, den er seinem Schwiegervater geschworenhatte, sondern nur an die Rache, die er an Erwig's Kindern nehmenwollte, und die Geistlichkeit zeigte sich bereitwillig, ihn seines Eides zuentbinden und ihm die Freiheit zu Verfolgungen zu geben. Gegendie halbbekehrten Juden war er Anfangs mildes, um einen Gegensatzzu Erwig's strengen Maßregelungen aufzustellen. Er redete ihnenfreundlich zu, daß sie sich dem Christenthume aufrichtig anschließenund das Judaisiren fahren lasse» mögen. Er gestattete ihnen sogar

tz Das. B. I. S. 619 ^ 620 0. L.

2) Dissertation S. 16.

») Das. S. 17, 29.