Die Juden in Spanien.
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nahm eine größere Ausdehnung an und versprach einen glücklichenAnsgang, als der Feldherr Paulus, den Wamba gegen die Auf-ständischen in Septimanien abgeordnet hatte, gemeinschaftliche Sachemit ihnen machte und von ihnen in Narbonne zum Könige gewähltwurde. Doch dauerte Paulus' Regierung nicht lange. Wamba zogmit einem Heere gegen Narbonne, nahm es ein, bemächtigte sich derFührer Paulus und Hilderich und bestrafte sie strenge. Von Wamba'sVerhalten gegen die Juden ist nur so viel bekannt, daß er sie ausder Stadt Narbonne Vertrieb, vermuthlich weil sie sich an dem Wider-stande bctheiligt hatten. Auf dem Concile, das unter ihm tagte (demelften) bildeten die Juden keinen Gegenstand der Gesetzgebung. Siescheinen vielmehr während seiner Regierung (672—80) einer gewissenFreiheit genossen und etwas zu ihrer Selbsterhaltung unternommen zuhaben.
Um einerseits zu beweisen, daß sie nicht gerade vernunftberaubtund wahnwitzig sind, weil sie sich mit dem Christenthum nicht be-freunden konnten — wie ihre Feinde sie in Concilen und Schriftenzu schildern pflegten — und andrerseits um sich selbst und ihre halbdem Christenthume angehörigen Brüder im angestammten Glauben zuerhalten, verfaßten Begabte unter ihnen gegenchristliche Schriften,wahrscheinlich in lateinischer Sprache^). Von dem Inhalte dieserpolemischen Schriften ist nur ein Punkt bekannt geworden. Sie be-riefen sich auf eine Tradition (eine agadische), daß der Messias erstim sechsten Jahrtausend der Welt erscheinen werde. Denn die sechs-tausend Jahre entsprächen den sechs Schöpfungstagen, und das siebenteJahrtausend bilde den Weltsabbat, die eingetretcne Messiaszeit. Sieführten dabei den Psalmvers an: Tausend Jahre sind in GottesAugen wie ein Tag").
') Das Vorhandensein antichristlicher Schriften unter den ivestgothisch-spanischen Juden bezeugt lsx VisiMtlrornrn (II. 3, 1l). 8i gnls cknäasornintibros illos lsZsrit, vsl äoctrinas attsnäsrit, in gnlbns inals contra, üäsrntülrristi ssntitnr sie.
2) Die Ansicht der Juden über das siebente Jahrtausend der Messiaszeitentwickelt Julian von Toledo in seiner apologetischen Schrift contra. cknäasosBuch I. (in der bibliotlrsca. ps.trnin rna-xlina. sä. Im^änni 1. XII. p. 615 sf.)Ourn (änäasi) tlliristnrn nscänrn pro salnts liorninnrn in innnäurn vsuisss,ssä aäbuc vsntnrnin ssss prassninnnt . . . äiesntss gnoä aälinc gnints.asts-s sa-senli svolvatnr, st nscäuin uälruc vsnsrit ssxtas astatiscnrricnlnrn, in gno vsntnrnin nosci oportsat Obristnrn. Darauf redetJulian die Juden an: Ilbi ists. lsZistis? ^.n torts sx illa opinions liocäicitis, gnas in I?ss.lino proscribitnr, nbi ait: „Hnoniarn rnllls s.nnl antsoenlos tnos tangnarn äiss nna", nt sient ssx äisbus lactns s.