Die Juden in Spanien.
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winden. Sie versprächen indeß, das, was mit Schweinefleisch gekochtist, ohne Scheu zu genießen. Derjenige unter ihnen, welcher sich eineUebertretung des Versprochenen zu Schulden kommen lassen werde,sollte von ihnen selbst oder von ihren Söhnen mit Feuer oder durchSteinigung getödtet werden; das Alles beschwören sie bei derTrinität. Doch stünde es dem Könige frei, ihn zu begnadigen,dann sollte der Uebertreter aber als Leibeigener behandelt werdendürfen *). Aehuliche schriftliche Versicherungen mußten sicherlich auchdie zwangsweise getauften Juden in den übrigen Städten des west-gothisch-spanischen Reiches geben. Dabei mußten sie noch immer dieJudensteuer zahlen ^j. Der Staatsschatz sollte durch den Bekenntniß-wechsel keine Einbuße erleiden.
Zur selben Zeit kassirte Receswinth das römische Gesetzbuch, dasbis dahin für Römer und auch für Juden Richtschnur war, ließ diewestgothischen Gewohnheiten, die Erlasse der früheren Könige und derConcilien in einen Codex sammeln und erhob ihn zur allein gültigenNorm für sämmtliche Bewohner des Landes. In diese Gesetzsammlungnahm Receswinth auch die harten Erlasse aus früherer Zeit gegenKetzer und Juden auf und besonders gegen die jüdischen Zwangs-täuflinge, welche ebenfalls als Ketzer galten, als judaisirende Ketzernämlich. Er fügte auch seinerseits neue hinzu. Ueber die heimlicheAusübung des Judenthnms von Seiten dieser Unglücklichen war Toddurch Feuer oder Steinigung verhängt und im Begnadigungsfalleewige Leibeigenschaft 2). Da aber der König Receswinth wohl wußte,daß die unabhängigen Adligen im Lande die Juden beschützten undden gezwungen Bekehrten gestatteten, nach ihrer Ueberzeugung zuleben, erließ er eine Verordnung, daß kein Christ bei Strafe desBannes und des Ausschlusses aus der Kirche die heimlichen Judenbegünstigen sollte^). Indessen führte diese Maßregelung und Vor-kehrung doch keineswegs zum Ziele. Die heimlichen Juden oder diejudaisirenden Christen, wie sie officiell hießen, rissen das Judenthumnicht aus ihrem Herzen, sondern hingen ihm um so fester an, je ge-fahrvoller es für sie wurde. Die spanischen Juden lernten zeitlichdie Kunst, inmitten von Todesgefahren ihrer Religion im tiefstenHerzen treu zu bleiben und ihre tausendäugigen Feinde zu ermüden.
h Lluoitniii ckuäasorura lsx Visigotlrornra libsr XII. litsl II. Z 16,ä'XZulrrs das. S. 567.
2) Folgt aus oouoilirma lolsts-uum XIV. prersl. 8— 9 und es.ii. I. beiä'XAuirrs das. 736, 740 und lsx VisiAolllornin VII. 2, § 18.
2) Vergl. Dissertation S. 21 ff., 33 f.
Tsx VisiZotbornia 1b. XII. Titel 2, Z 15.
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