Exilnrchat und Gaonat.
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Süden bis Afrika und zu den Pyrenäen, je mehr Anhänger fanden diebabylonisch-jüdischen Oberhäupter. Jede Eroberung der mohammeda-nischen Feldherren erweiterte die Grenzen für die Herrschaft des Exils-fürsten und der Gaonen. Selbst Palästina ordnete sich Babylonienunters, da es des Mittelpunktes beraubt war. Die Herzen allerInden schlugen den Machtinhabern am Euphrat entgegen, und ihreSpenden strömten ihnen freiwillig zu, damit das Haus David's würdigauftreten und die talmudischen Hochschulen in Glanz fortbestehen könnten.Sich dem Mittelpunkt in Babylonien unterzuordnen, gebot eben sosehr die religiöse Pflicht, wie das patriotische Gefühl. Selbst ausSpanien und Frankreich wurde den Würdenträgern gehuldigt. Inden Synagogen wurde allsabbatlich zum Schluß des Gebetes derSegen Gottes erfleht für den Exilsfürsten, die Schulhäupter und ihreCollegien. Der Schmerz des Zerstrcutseins in alle Winkel der ErdeWar durch das Bewußtsein gelindert, daß da an den Strömen Babels,wo die Blüthe des jüdischen Volkes sich in seiner Vollkraft nieder-gelassen, wo die großen Amoras gelebt und gewirkt, ein fast staatlichesjüdisches Gemeinwesen bestehe. Dort in dem Ursitze jüdischer Größeströmte, so wurde im jüdischen Kreise allerwärts geglaubt, der Urquellaltjüdischer Weisheit. „Gott habe die Hochschulen von Sura undPumbadita zwölf Jahre vor der Einäscherung des Tempels durchNebukadnezar entstehen lassen und sie besonders geschützt. Sie habennie Verfolgungen durch Rom und Byzanz erlitten, keinen Zwang undkeine Knechtung gekannt. Von dort aus werde die Erlösung Jsrael'sausgehen und die Bewohner dieses glücklichen Erdpunktes werden auchvon den Leiden der messianischen Zeit verschont bleiben" Das wardie Anschauung derer, welche das Exilarchat und Gaonat nicht miteigenen Augen gesehen hatten. Es galt für eine Ehre, nach demTode in einer Trauerfeierlichkeit an den Hochschulen erwähnt zu werden.Dazu wurde ein Tag an jedem Versammlungsmonat bestimmt. DieThätigkeit der Lehrhäuser ruhte an demselben, die Collegien-Mitgliedertrauerten um die verstorbenen Wohlthäter der Hochschulen innerhalbeines Jahres und beteten für deren Seelenruhe (Hespäck, LsestkLbäs.Selbst von Frankreich und Spanien sendete man später eine Liste derVerstorbenen ein, um sie der Ehre theilhaftig werden zu lassen Nur
*) Folgt aus Abraham Jbn-Daud's Lsiisr Iia-Xs.bbs.lali (sck. ^.rnsb.)x. 69 b.
2 ) Llickrasob Tanobuma zu Xsribops Noaob o 1. Vergl. Zemach'sGutachten zu Ende von Eldad Ha-Dani bei ckslliiisb Lst-ba-Niärasob II.x. 105.
Folgt aus Rssp. Lobaars 2säsb p. 20. No. 12.