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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

seits weder so oft, noch so willkürlich geschlendert worden, wie in derChristenheit, aber er schwirrte auch da schauerlich genug. Der ein-fache Bann (idliäuj) traf Denjenigen, welcher sich den religiösen oderbehördlichen Anordnungen nicht fügte. Er war milde in der Form,indem nicht Jedermann gehalten war, sich von dem Gebannten zuentfernen, und noch weniger seine eigenen Familienglieder. Wer aberinnerhalb der Frist von dreißig Tagen nicht Reue zeigte und umAufhebung des Bannes antrug, verfiel in den schweren Bann (Oberem,ketiolm). Dieser Bann verscheuchte seine engsten Freunde von ihm,vereinsamte ihn inmitten der Gesellschaft, ließ ihn wie einen vomJudenthnme Ausgestoßenen behandeln. Niemand durfte mit ihm ge-selligen Umgang Pflegen, wenn er nicht derselben Strafe verfallenwollte. Die Kinder des Gebannten sollten ans der Schule und seineFrau aus der Synagoge gewiesen werden. Man durfte seine Todtennicht bestatten und nicht einmal seinen neugeborenen Sohn in denAbrahamsbund aufnehmen. Jedes Abzeichen des Jndenthums sollteihm entrissen und er als ein von Gott Verfluchter gebrandmarkt werden.Die Bekanntmachung des Bannes wurde an das Gerichtsgebäudeangeheftet und an die Gemeinde mitgetheilt*). Indessen so traurigauch der Bann mit seinen Folgen war, so war er das einzige Mittelzu einer Zeit, wo dem großen Haufen nicht mit Ueberzeugung beizn-kommcn war, die religiöse Einheit zu wahren, das Recht zu hand-haben und die gesellschaftliche Ordnung aufrecht zu erhalten.

Das jüdische Gemeinwesen, der cxilarchatische Staat in Baby-lonien, so abhängig er auch von den Launen der islamitischen Statt-halter und der Willkür der eigenen Träger war, erglänzte in derFerne mit dem Glorienscheine von Macht und Größe. In demExilsfürsten erschien den Juden auf dem ganzen Erdenrund, so weitsie dunkle Kunde davon hatten, das davidische Scepter immer nochfortbestehend, und in den Gaonen der beiden Hochschulen sahen sie dielebendigen Träger und Fortpflanzer der idealen talmudischen Zeit.Je weiter sich die Herrschaft des Chalifats im Hanse Omeja's erstreckte,im Norden bis Transoxanien, im Osten bis Indien, im Westen und

0 Diese Bannstrenge wird beschrieben in Lssxon. Saouim 8ollaars Tsäslrx. 75 Nr. 14 und citirt im Commentar zu Alfaßi Traktat Laba.-Ls.rris.,letzter Abschnitt Nr. 200. Der Gewährsmann, der Gaon N'Paltoj (84258),giebt nicht gerade an, daß dieser Bann erst zu seiner Zeit eingeführt wurde,sondern setzt ihn als etwas in den babylonischen ckssobibot Bekanntes voraus.Vergebens bezweifelt Salomon Luria (zu Lsbs.-Ls.trs. das.) theilweise dieEchtheit dieses Lssporrsruu. Es ist genug bezeugt durch die Milderung,welche in R'Hais Zeit eingeführt wurde. Vergl. Lssr,. 8eba.s.rs Dssvbubs.Nr. 41.