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Geschichte der Juden.
erledigt war. Eine Zeit lang wurde auch zum Präsidium des pum-baditanischen Lehrhauses nur ein Mitglied des suranischen Collegiumsernannt, so daß diese Hochschule sich nicht aus sich selbst ergänzendurfte. Es war dieselbe Abstufung in der Hierarchie, wie in dernestorianischen Kirche, daß der Bischof von Kaskar zwar unter demKatholikos stand, aber den Vorrang über die übrigen Bischöfe desLandes hatte.
Da der Exilarch durch das Privilegium der ersten Chalifenfürstliches Ansehen genoß, so wurde er auch mit einer gewissen Feier-lichkeit und mit Pomp in seine Würde eingesetzt. Obwohl das Amterblich im Hause Bostanal's war, so gehörte doch zur Ernennungeines neuen Exilarchen die Zustimmung der beiden Hochschulen, undes bildete sich allmälig ein Ceremoniell für die Huldigung aus^).Die Würdenträger der beiden Hochschulen sammt ihren College» unddie angesehensten Männer des Landes begaben sich zum Aufenthalts-orte des designirten Exilarchen, der vermnthlich eine Zeit lang in Sura.wohnte. In einem großen und ausgeschmückten Raume waren Ehren-sitze für ihn und die beiden Vertreter der Hochschulen vorbereitet.Der Gaon von Sura hielt eine Anrede an den künftigen Fürsten desExils, machte ihn auf die Pflichten seines hohen Amtes aufmerksam,,warnte ihn, sich nicht über seine Brüder in Hochmuth zu erheben.An einem Donnerstag fand stets die eigentliche Huldigung statt, diein der Synagoge vor sich ging. Sie bestand darin, daß die beidenWürdenträger ihm die Hand aufs Haupt legten und unter Trompeten-klang riefen: „Es lebe unser Herr, der Fürst der und der, der Fürstder Gefangenschaft!" Das Volk, das bei dieser Gelegenheit zahlreichherbeizuströmen Pflegte, stimmte jubelnd ein. Alle Anwesenden gabendarauf dem neuernannten Exilarchen das Ehrengeleite von der Synagogein sein Haus, und von allen Seiten flössen ihm Huldigungsgeschenke zu»
Am Sounabend darauf war feierlicher Gottesdienst für den neuenFürsten. Eine thurm- und säulenartige Emporbühne wurde eigensfür ihn in der Synagoge eingerichtet und mit kostbaren Stoffen aus-geschmückt, damit ihm gleich den Königen aus dem Hause David'sehemals im Tempel die Auszeichnung erwiesen werde, auf einemerhöhten und von dem Volke getrennten Sitz zu erscheinen. Untereinem zahlreichen und ehrenvollen Gefolge wurde er zum Gottesdienstegeleitet, wo der Vorbeter abwechselnd mit einem volltönenden Chordie Gebete vortrug. Auf die Tribüne geführt, näherte sich dem
') Ausführlich beschrieben in Jbn-Verga's Lollsbsb cksllnäs, Nr. 42 auseinem alten gaonischen Rssxonsurn und von dem Babylonier Nathan inJochasin; vergl. Note 13; ferner Rsvus äss Ut.j. VIII, 125.