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Geschichte der Juden.
Juden und Christen Kopfsteuer (G'esiah') und Grundsteuer (Charag)zahlen. Trotzdem fühlten sich die Juden in dem neuentstandenenislamitischen Reiche freier, als in den christlichen Ländern. Die be-schränkenden Omargesetze kamen unter Omar selbst nicht zur Ausführung.Daun setzten selbst die fanatischen Muselmänner die Juden nur alsReligionsbekenner zurück, verachteten sie aber nicht als Menschen undBürger, erwiesen vielmehr verdienstvollen Juden hohe Achtung. Dieersten Mohammedaner hatten noch mit Juden als Ihresgleichen ver-kehrt, achteten sie als Freunde und Bundesgenossen und hatten selbstals Feinde eine Interesse an ihnen. Die asiatischen und egyptischeuJuden begrüßten daher die Mohammedaner als ihre Befreier vomJoche der Christen. Eine mystische Apokalypse aus der ersten Zeit desIslam spricht die Freude über den Sieg des Islam deutlich aus.Sie legt die Gedanken der Juden dem Engel Metatoron in den Mund.Simeon b. Jochai, der als Mann der Geheimnisse betrachtet wurde,wird das Entstehen des Islam im Voraus verkündet, und er klagtdarüber im Gebet: „Haben wir nicht genug an dem Reiche des bos-haften Edom (römisch-christliches Reich), daß noch das Reich Jsmael'ssich erhebt?" Darauf erwidert ihm Metatoron: „Fürchte dich nicht,Menschensohn! Gott stellt nur das ismaelitische Reich auf, um euchvon dem boshaften Edom zu befreien. Er stellt ihnen einen Prophetenauf, wird ihnen Länder unterwerfen, großer Haß wird zwischen ihnenund den Söhnen Esau's (Christen) sein" Z. Das waren die Gefühleder Juden bei den Eroberungen der Mohammedaner.
Ein großes Maß von Freiheit erlangten die Juden in dem ehe-mals babylonisch'en Landstriche (von den Arabern Irak genannt) durchdie Siege der Mohammedaner. Bei ihren Kriegszügen gegen dieletzten persischen Könige hatten ihnen die Juden und die nestorianischenChristen vielfachen Vorschub geleistet, weil sie von den letzten sassanidischenFürsten Druck und Verfolgung erlitten hatten. Die Juden und diechalkäischen Christen bildeten den Kern der Bevölkerung an dem unternEuphrat und Tigris, und ihre Hilfe muß den Arabern so willkommengewesen sein, daß selbst der fanatische Chalife Omar ihnen Belohnungenund Privilegien ertheilte. Das Oberhaupt der chaldäischen Kirche mitdem Titel Patriarch oder Katholikos, Jcsujabu, erhielt von Omarein Diplom mit gewissen Freiheiten und besonders mit dem Rechtsbefugniß,daß ihm sämmtliche christliche Gemeinden in Irak nicht blos kirchlich,sondern auch politisch zu gehorchen haben. Der nestorianische Katholikos
st iblistarot äi L' Lirason Lsn-lloallai (verfaßt im Jahre 750); vergl.