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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

als entweder Mohammed als Propheten anzuerkennen und sich demIslam zu ergeben, oder Tribut zu zahlen. Palästina ging kaum einJahrzehnt, seitdem es Kaiser Heraklius den Persern entrissen hatte,dem byzantinischen Reiche wieder verloren. Juden und Samaritanerwaren darin einig, die Araber bei der Eroberung des Landes zuunterstützen, um von dem schweren Joche des tückischen Byzanz be-freit zu sein. Ein Jude spielte das starkbefestigte Cäsarea, die politischeHauptstadt des Landes, das 700 000 streitbare Männer gehabt habensoll, und darunter 20 000 Juden, den Muselmännern in die Hand.Er zeigte ihnen einen unterirdischen Gang, der die Belagerer insInnere der Stadt führte *). Auch die heilige Stadt unterlag nacheiner kurzen Belagerung den mohammedanischen Waffen. Der zweiteNachfolger Mohammed's, der Chalife Omar, nahm in eigener PersonBesitz von Jerusalem (um 636) und legte den Grundstein zur Moscheedes Felsens (as Sukkara), welche allen Muselmännern ein hoch-verehrtes Heiligthum geworden ist. Den Namen hat diese Moscheevon einem vierzig Fuß langen und vier Fuß hohen unregelmäßigenFelsstück in der Mitte der Moschee, welches an einer Stelle einLoch hat.

Omar wollte nämlich das mohammedanische Heiligthum auf dem-selben Platz erbauen, auf welchem einst der Tempel gestanden hatte undverlangte von dem damaligen Bischof von Jerusalem, Sophronius,ihm den Platz zu zeigen, Nach einigen Ausflüchten wies dieser aufein durchlöchertes Felsstück, auf welchem die Juden am Fasttage zurErinnerung an den Untergang Jerusalems zu trauern pflegten unddas die Christen aus liebevoller Pietät mit allerlei Unrath beworfenhatten. Omar, im Glauben, daß dieser Fleck der Mittelpunkt desehemaligen Heiligthums gewesen sei, säuberte selbst das Felsstück undlegte den Grundstein zur Moschee um dasselbe:Dieser Stein sollein Gotteshaus werden." Es ist aber nur ein Trümmerstück vonirgend einem zerstörten Gebäude im ehemaligen Jerusalem. DerBischof hat vielleicht selbst geglaubt, daß der Stein, an dem die JudenKlagelieder wimmerten, den Tempelplatz bezeichne, oder hat denChalifen täuschen und einen beschmutzten Platz für das mohamme-danische Heiligthum anweisen wollen. Er hat aber damit eine argeTäuschung veranlaßt. Denn die mohammedanischen Gläubigen ver-ehren diesen Felsen bis auf den heutigen Tag als allerheiligst, alsdie Pforte zum Himmel, wie sie den schwarzen Stein in der Kaaba

ff.Uslaäori bei Weil: Chalifengeschichte Anhang zu B. I. S. 2. Vergl.Os-ussiu äs Useosval, bistoirs äss ^.rabss III. 500.