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Geschichte der Juden.
Noch war sein Ansehen nicht befestigt genug, und die Juden warendurch ihre Zahl und ihre Verbindung theils mit den Chazragitenund theils mit den Ausiten der Schar seiner Anhänger überlegen.Dieses Verhältniß änderte sich aber nach der Schlacht bei Bedr(Winter 624), als die geringzähligen Mohammedaner einen Sieg überdie zahlreichen Koraischiten davon getragen hatten. Mohammed wardadurch der Kamm so sehr gewachsen, daß er seitdem die Rolle einesdeniüthigen Propheten mit der eines argwöhnischen Tyrannen ver-tauschte, dem jedes Mittel, auch Meuchelmord, recht war, sich seinerFeinde zu entledigen. Indessen ließ er sich noch immer von derKlugheit lenken, nicht mit den mächtigen jüdischen Stämmen anzubinden;er begann mit den schwachen und wehrlosen. Eine Dichterin Asma,Tochter Merwans, aus einem jüdischen Stamme geboren nud miteinem Araber verheirathet, wurde von einem Meuchelmörder in derNacht auf ihrem Ruhebette erschlagen, weil sie Satiren gegen denfalschen Propheten gedichtet hatte. Und Mohammed sprach des anderenTages: „Wer einen Mann sehen will, der Gott und seinem Gesandteneinen Dienst geleistet, der sehe Ome'tr an" (so hieß der Mörder).Einige Tage später wurde der jüdische Greis Abu-Afak von Omeir'sSohn ermordet, und später auch Kaab Jbn-Ascharaf, weil er diegefallenen Koraischiten bei Bedr durch eine Elegie betrauert hatte Z.
Darauf sollte der jüdische Stamm der Kainukaa seinen frommenZorn empfinden. Es war der schwächste der jüdisch-arabischen Stämme,und zu ihm gehörte jener Pinehas Jbn-Azura, der Mohammed durchschlagenden Witz lächerlich machte. Deswegen richtete er seinen Haßzuerst gegen die Kainukaa. Die Veranlassung war geringfügig. EinMohammedaner hatte einen Juden wegen eines schlechten Spaßes er-schlagen, und die Kainukaa nahmen Rache dafür. Darauf forderte sieMohammed auf, sich zum Islam zu bekennen oder den Krieg zugewärtigen. Sie erwiderten ihm: „Wir sind zwar friedlich gesinntund halten gerne das Büudniß mit dir; allein da du Gelegenheitsuchst, uns zu bekriegen, so werden wir zeigen, daß wir auch Muthhaben." Sie rechneten darauf, daß ihre glaubensgenössischen Stämme,die Nadhir und Kuraiza, sie nicht im Stiche lassen würden, und zogensich in ihre Festungen bei Medina zurück. Mohammed sammeltedarauf seine Truppen und belagerte die Kainukaa. Wären diezahlreichen Juden Nordarabiens, die Nadhir, Kuraiza und die vonChaibar, in richtiger Voraussicht, daß ihnen Aehnliches wie denKainukaa bevorstaud, ihnen zu Hülfe gekommen, und hätten sie mit
st Weil das. 117 f.