Mohammed gegen die Inden.
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dem Gegner Mohammed's ein Schutz- und Trntzbündniß geschlossen,wie zur Zeit, als es bereits zu spät war, so bätten sie ihn und seinegeringen, zum Theil nicht ganz zuverlässigen Anhänger erdrücken können.Allein die Juden litten gleich den Arabern an Zersplitterung undhatten nur ihre selbstsüchtigen Stammesinteressen im Auge. FünfzehnTage kämpften die Kainukaa tapfer und warteten auf Verstärkungvon ihren Glaubensbrüdern. Als diese aber ausblieb, öffneten siedem Feinde die Thore ihrer Burgen. Mohammed ließ sämmtlicheKainukaaischen Juden in Fesseln schlagen und machte Miene, sie ab-zuschlachten; aber ein drohender Blick des Chazragiten Abdallah Jbn-Ubej, ihres Bundesgenossen, schreckte ihn von diesem Vorhaben zurück.Abdallah faßte ihn am Panzerhemde und sprach: „Ich lasse dich nichtlos, bis du mir die Bitte gewährst, die Gefangenen loszulasseu; dennsie bilden meine Stärke, sie haben mich gegen die Schwarzen undRothen vertheidigt." Mohammed sprach dann eingeschüchtert: „Laßtsie frei, Gott verdamme sie und ihn mit ihnen!" Die Juden desStammes Kainukaa, siebenhundert an der Zahl, mußten ihre Habeim Stiche lassen und ganz entblößt nach Palästina auswandern(Februar 624 *). Sie ließen sich jenseits des Jordan in Batanäa,dessen Hauptort Adraat war, nieder, wo sie wahrscheinlich von ihrenGlaubensgenossen, die zur Zeit von dem byzantinischen Joche befreitwaren, brüderlich ausgenommen wurden.
Nach dem Siege über die Kainukaa brachte Mohammed denMoslemin eine Offenbarung gegen die Juden, welche sie jedes Schutzesberauben sollte: „O, ihr Gläubigen, wählet keine Juden und Christenzu Bundesgenossen; sie mögen sich selbst beschützen. Wer sich mitihnen befreundet, ist einer von ihnen; Gott duldet kein sündhaftesVolk" 2). Den Christen schadete diese Ausschließung weniger, da sienicht zahlreich in Nordarabien vertreten waren und sich überhauptleidend verhielten. Die Juden hingegen, an Unabhängigkeit gewöhntund voll sprudelnden Muthes, waren durch diese Achtserklärnng ingefährliche Reibungen verwickelt. Ihre ehemaligen Schutzgenossensagten sich meistens von ihnen los und übten auf Mohammed's Geheißtückische Rache an ihnen. Ein Moslem tödtete einen Juden, dersein Lebelang sein Wohlthäter gewesen, und der Bruder des Mördersselbst, noch ein Heide, war empört darüber^). Bei solcher Lage ge-hörte Muth dazu, wenn sich einige Muselmänner, welche ihre an-erzogene Treue nicht durch Fanatismus unterdrückt hatten, dennoch
9 Das. 119. Oanssiu äs Usrosvsl a. a. III. 89 ff.
2) Koran Sura 5, 59, 60.
Weil das.