Samuel Jbn-Adija.
87
Dein Recht zu nehmen ließest Du niemals zu,
Und ließest Dich nicht mahnen, es zu geben" *).
Sein Sohn Schoraich'^) folgte in seine Fußstapfen der Ehreund Hochherzigkeit. Als einst der gefeierte arabische Dichter MaimunAscha, dessen ungebundene Laune ihm viel Feinde gemacht, voneinem Gegner verfolgt, gefangen und zufällig unter andern Gefangenenunerkannt in Schoraich's Burg Taima gebracht wurde, sang er alsMittel zur Rettung ein Lobgedicht auf Samuel:
Sei wie Samuel, als ihn dort umdrängteDer Kriegsfürst mit des Heeres Waffenlast:
„Steh' zwischen Kinderlosigkeit und Untreu!
O schlimme Wahl, die du zu wählen hast."
Doch er sprach schnell gefaßt: Ermorde deinenGefangenen, ich beschirme meinen Gast.
Schoraich, gerührt von den Versen zum Andenken an seinenVater, bemühte sich den gefangenen Dichter Ascha zu befreien. Erbat den Sieger, mit dem er befreundet war, ihm diesen Gefangenenzum Geschenk zu machen, was dieser ihm gern gewährte, da er inihm nicht feinen Feind vermuthete. Ascha, von den Fesseln befreit,ließ sich von Schoraich ein schnellfüßiges Kameel geben, eilte davonund dankte seine Rettung Samuel's edlem Sohne (um 580).
Gegen das Ende des sechsten Jahrhunderts hatten sich die Judenvon Jathrib wieder von den harten Schlägen, welche ihnen die ara-bischen Nachbarstämme versetzt hatten, so ziemlich erholt. Ihre Herren,die Stämme Aus und Chazrag hatten sich in blutigen Fehden, diezwanzig Jahre gedauert haben, erschöpft, während die Juden in ihremSchutzverhältnisse weniger davon berührt waren. In Folge eines
zweiten Krieges zwischen denselben Stämmen kamen die Juden wiederzu Bedeutung in Jathrib. Dieser Krieg, der in Folge der Ermordungeines jüdischen Schützlings ausbrach und über dreißig Jahre dauerte(um 583 —615), hatte folgenden Ursprung: Ein Mann aus demStamme Aus, Hatib, hatte einen Juden erschlagen, der zu denSchützlingen der Chazrag gehörte; dafür nahmen diese Rache undtödteten den Mörder. Dieser Vorfall entzündete wieder den unterder Asche glimmenden Funken des Hasses zwischen den beiden Stämmen.
1) Nach Rückert Uebersetzung der Hamasa 22 f. lieber Samuel ben Adijavergl. Abulfeda in Doeook's sxsoirnsn sä.'fVllibs 524. DrszäaZ: Danaasassarrnina x. 49 f.; über sein Leben und chronologisches Datum äs Llans Divanä'^.inroullrais p. 23 ff., nach dem Libab al-^Zllani; Oanssin äs Dsrssvsl,llistoirs äes ^.rabss II 318 f., 322 f.
2) Ds 8aoz: ollrsstoinabllis arabs N. II. p 475.