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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
Entstehung
Seite
88
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Geschichte der Juden.

Anfangs hatte die Feindseligkeit einen harmlosen Charakter. Manschlug sich mit Stöcken, so oft die feindlichen Parteien an einandergeriethen. Nach und nach wurde sie blutig, zumal als die Aus ihrenAnführer verloren, ihre Gegner die Oberhand in Jathrib erhieltenund einen Zweig der Aus, die Benu-Nabit, daraus verbannten.Die zwei kriegerischen jüdischen Stämme Kuraiza und Nadhir hieltensich Anfangs neutral, obwohl der Krieg wegen Ermordung eines ihrerGlaubensgenossen ausgebrochen war.

Die gedemüthigten Aus, welche Verstärkung brauchten, wandtensich an die Juden, Partei für sie zu nehmen, und diese waren auchgeneigt dazu, da sie wahrscheinlich von dem Uebermuth der ChazragManches zu erdulden hatten. Als die Sieger Nachricht von dieserGeneigtheit der jüdischen Stämme erhielten, ihren Gegnern beizustehen,schickten sie eine Botschaft an sie ab, folgenden Inhalts:Wenn ihreuch mit Ken Aus vereinigen werdet, rufen wir andere zahlreicheStämme für uns auf, durch deren Hilfe wir euch vernichten werden.Und selbst wenn wir unterliegen sollten, werdet ihr nicht verschontbleiben; denn unsere Verbündeten werden unsere Niederlage rächenund euch züchtigen. Wenn ihr daher klug seid, so nehmet keine Parteiund laßt uns unseren Streit mit unfern Brüdern unter uns aus-kämpfen." Die Stämme Kuraiza und Nadhir fanden diesen Rathgerecht und versprachen Neutralität. Die Chazrag verlangten aberBürgschaft für dieses Versprechen und ließen sich vierzig jüdische Kinderals Geißeln liefern, welche verschiedenen chazrag'itischen Familien zurWahrung übergeben wurden.

Einige Zeit darauf benutzte ein treuloser Häuptling AmruJbn-Noman aus dem chazrag'itischen Zweig Bejdha die» jüdischenGeißeln zur Bedrückung der Juden. Er sprach zu seinen Stamm-genossen:Unser Vater Bejdha hat uns ein undankbares Gefildehinterlassen, während die Juden der Kuraiza und Nadhir das besteWasser und die fruchtbarsten Dattelpflanzungen haben. Zwingen wirsie, uns ihr Gebiet abzutreten." Die Benu-Bejdha waren damit ein-verstanden und ließen den Juden wissen, wenn sie ihnen ihre Ländereiennicht überlassen wollten, würden sie ihre Kinder umbringen. DieKuraiza waren aus Erbarmen für ihre Kleinen geneigt, sich der hartenBedingung zu fügen. Aber Einer unter ihnen, Kaab Jbn-Assadstachelte ihren Muth auf, sich diese Schmach nicht gefallen zu lassen,und sie ließen den Benu-Bejdha sagen:Wir treten nichts ab vonunserem Gebiete, führt eure Drohung aus, wenn ihr es wollet."Darauf tödteten diese auf Amru's Auratheu die jüdischen Geißeln,welche bei ihnen untergebracht waren. Sie überredeten auch andere