Samuel Jbn-Adija.
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Der jüdische Dichter und Burgherr, wenn auch nicht von solcherSchmeichelei gewonnen, war jedenfalls stolz darauf, dem gefeiertestenDichter Arabiens, dessen Ruf und Abenteuer auf der Halbinsel er-klangen, Asyl zu geben. Er nahm Jmrulkais, seine Tochter und seinübriges Gefolge in Ablak auf und beherbergte sie einige Zeit. — Dader kenditische Prinz keine Aussicht hatte, unter den arabischen StämmenHilfe zur Rachenahme an dem Mörder seines Vaters (Mondhir,König von Hira) und zur Wiedererobernng seines väterlichen Erbeszu finden, ging er mit dem Plane um, dem byzantinischen KaiserJustinian, dessen morgenländische Besitzungen durch den lachmidischenAraberfürsten Mondhir sehr viel gelitten hatten, für sich zu gewinnen.Er wollte eine Reise nach Konstantinopel unternehmen und ein Heerzur Bekämpfung seines Erzfeindes anwerben. Als sich Jmrulkais zurReise anschickte,' ließ er sich von Samuel ein Empfehlungsschreiben anden hinkenden Ghassauidenfürsten, den schon genannten Harith Jbn-Abu-Schammir, geben, welcher im Dienste des byzantinischen Kaisersstand. Harith sollte auf Samuel's Empfehlung dem kenditischenFürstensohue sicheres Geleite bis zur Hauptstadt des byzantinischenReiches verschaffen. Der jüdische Dichter mußte also bei dem Ghassa-nidenfürsten etwas gegolten haben, vermuthlich wegen seiner Abstam-mung vom Ghassanidenstamme mütterlicherseits. Jmrulkais übergabSamuel bei seiner Abreise seine Tochter, seinen Vetter, fünf werth-volle Kettenpanzer und andere Waffen zur Bewahrung. Samuel ver-sprach ihm, die ihm anvertrauten Personen und Gegenstände wieseinen Augapfel zu hüten. Aber diese Waffen brachten ihm Unglück.Als nämlich der Ghaffanidenfürst in Hegas war, sicherlich zur Zeit,als er von den Stämmen Kaila gegen die Juden von Jathrib gerufenworden war, rückte er vor Samuel's Burg Ablak und verlangte dieAuslieferung von Jmrulkais' Waffen, mau weiß nicht, ob noch währenddessen Leben oder nach seinem Tode. Welches Recht Harith daraufgeltend machte, oder ob die Forderung nur ein Vorwand war, undwodurch sich überhaupt seine Gesinnung gegen Samuel feindselig ge-ändert hat, dieses Alles ist sehr dunkel.
Samuel verweigerte, seinem Versprechen gemäß, die Auslieferungder Waffen. 'Darauf veranstaltete Harith eine förmliche Belagerunggegen die Burg, da sie aber unangreifbar war, so wandte der Un-mensch ein grausames Mittel an,'Samuel zur Nachgiebigkeit zu zwingen.Er hatte einen Sohn Samuel's, der von seiner Amme außerhalb derFestung geführt wurde, gefangen, und drohte ihn zu tödten, falls derVater seinen Wunsch nicht erfüllte. Einen Augenblick nur schwankteder unglückliche Vater zwischen der Pflicht für seinen Schützling und